So kommen die Online-Spenden von ganz alleine…

Es gibt eine Vielzahl von Online-Fundraising-Instrumenten, die das Spenden immer einfacher machen. Für FundraiserInnen war es nie leichter Profile für ihre Organisation und Projekte aufzusetzen. Und für SpenderInnen ist das Spenden selbst nur noch ein Prozess von wenigen Klicks.

Die Spenden kommen also von ganz alleine. Richtig?

Über Spendenplattformen wie betterplace.org werden mehrere Millionen Euro an gemeinnützige Organisationen gespendet. Zehntausende SpenderInnen kennen die Plattform und können dort auf unterstützenswerte Projekte treffen. Ein Traummatch?

Neue Businessmodelle wie Painless Giving machen das Spenden auch für solche Zielgruppen leichter, die über eher wenig Einkommen und Vermögen verfügen. Auch ohne zusätzliches Geld auszugeben, können sie Gutes tun. Sie kaufen über Charity-Einkaufsplattformen ein, unterstützen mit ihrem Mobilfunkbetrag automatisch eine Organisation ihrer Wahl oder blättern in ihrer Freizeit digitale Werbeprospekte durch. Ebenso können Treuepunktprämien von Payback oder der Deutschen Bahn als Spende an eine gemeinnützige Organisation fließen.

Das Spenden und das Spendensammeln wird also scheinbar immer einfacher: Profil einrichten, Spendenziel angeben und darauf warten, dass die SpenderInnen das Projekt ebenso toll finden und spenden. So einfach?

Nein, so funktioniert es nicht. Ganz sicher nicht.

Es ist ein Mythos, dass Online-Fundraising ganz einfach oder die Rettung für finanzbedürftige Organisationen sei. Wir FundraiserInnen dürfen nicht vergessen was uns die einschlägigen Studien zeigen: Die Kultur des Gebens ist nicht Mainstream. Für die meisten Deutschen gilt: Spenden setzt eine Verhaltensveränderung voraus. Zwei von drei Deutschen spenden gewöhnlich nicht.

Fundraising ist Überzeugungs- und Erziehungsarbeit in einem. Wir kennen das von uns selbst: Es braucht Zeit, bis sich ein guter Vorsatz herausbildet. Und noch länger und mehrere Anläufe, bis er tatsächlich im Alltag umgesetzt wird. Das ist beim Spenden ganz genauso.

Als FundraiserInnen können wir nicht auf das Wunder der gesellschaftlichen Veränderung warten, dass plötzlich ein jeder seine Zehntel im Monat spendet. Und wir können es uns nicht leisten, darauf zu warten, dass andere diesen Wandel für uns herbeiführen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir die Passivität hinter uns lassen und aktiver werden!

So klappt es mit dem Online-Fundraising

Wir haben viele Organisationen dabei unterstützt und begleitet erfolgreich im Web zu kommunizieren und dabei Spender an zu gewinnen oder zu binden. Das sind unsere acht Tipps um Dein Online-Fundraising zu verbessern:

  1. Halte Deine InteressentInnen auf dem Laufenden! Das erstmalige Setup einer Projektseite ist wichtig. Noch wichtiger ist jedoch, dass die UnterstützerInnen während einer Fundraising-Kampagne und der Projektlaufzeit auf dem Laufenden gehalten werden. Informiere mit Projektupdates und gib ihnen Anlässe über Dich zu sprechen. Je nachdem, ob Du auf Deiner Internetseite oder einer Plattform Spenden sammelst: Veröffentliche dort Deine Neuigkeiten und teile es in deinen sozialen Netzwerken.
  2. Kümmere Dich um die Internetseite! Die Internetseite ist das Aushängeschild Deiner Organisation und zugleich der Ort, an dem ihr volle Gestaltungsmöglichkeiten habt. Behalte die wichtigen Kennzahlen im Blick und optimiere anhand der tatsächlichen Nutzung.
  3. E-Mail ist mehr als Newsletter! Anders als in sozialen Netzwerken hast Du mit E-Mails einen sicheren Weg die UnterstützerInnen direkt zu erreichen. Bitte verstehe E-Mails nicht als überfrachtete Newsletter, sondern als Möglichkeit kurz und personalisiert zu informieren und zum Mitmachen zu bewegen. Dafür kannst Du wiederum aktuelle Informationen aus Deinen Social Media Updates zusammenfassen und verlinken.
  4. Es geht um Interaktion! Wenn Du UnterstützerInnen nicht nur als GeldgeberInnen, sondern als Teil der Projekt-Community verstehst, dann bist Du auf dem richtigen Weg. Begib Dich ernsthaft in den Dialog mit ihnen, indem Du Fragen stellst, interessante Aspekte des Projektverlaufes darstellst und konsequent auf Rückmeldungen und Ideen reagierst.
  5. Lass Bilder sprechen! Ein einfacher Text reicht heute nicht mehr aus, um positiv aus der Masse der Informationen hervorzustechen. Mit Bildern kannst Du Emotionen wecken, Betroffenheit herstellen und die Wirkung Deiner Organisation vorstellbar machen. Und wenn Du schon dabei bist: Wie wäre es mit einem Video? Das macht es noch persönlicher. Hab Mut! Oder brauchst Du Hilfe? Frag doch mal bei youvo.
  6. Verstehe und lenke den Weg Deiner UnterstützerInnen! Mit Webanalyse kannst Du klar nachvollziehen, wie die Menschen auf Deine Internetseite gelangen und was sie dort tun. Wichtig ist, dass Du eine klare Vorstellung entwickelst, wie die Donor Journey verläuft und, dass immer, wenn Du irgendwo im Web kommunizierst oder Werbung schaltest, die Elemente aufeinander abgestimmt sind.
  7. Klasse statt Masse im Online-Fundraising! Alles ein bisschen zu machen birgt die Gefahr, dass man es nicht richtig gut macht oder sich die Aktivitäten gegenseitig kannibalisieren. Wähle aus den Online-Fundraising-Instrumenten jene aus, die wirklich zu Deiner Organisation passen. Baue nicht fünf gleichzeitig auf, sondern ermögliche Dir und Deinen UnterstützerInnen sie stückweise zu verstehen und anzuwenden.
  8. Entfalte Dein persönliches Potential! Fundraising kann auch learning by doing funktionieren, aber eine Ausbildung schafft ein besseres Verständnis. Es gibt viele Fortbildungen und Webinare (z.B. von Stifter Helfen, Open Transfer, Fundraising-Akademie), mit denen Du Dich auf dem Laufenden hältst und neue Inspirationen für Deine Arbeit gewinnst.

Und, hast Du alles schon perfekt umgesetzt? Welche weiteren Tipps möchtest Du anderen noch mit auf den Weg geben?

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