Face2Face-Fundraising zwischen schwarzen Schafen und Profis II

Wer kennt es nicht? Junge Menschen stehen in der städtischen Fußgängerzone und sprechen erwartungsvoll vorbeieilende Passanten an, um sie zu einer Spende oder Unterschrift zu überreden. Samstagmorgens klingeln Spendensammler mit einer kleinen Box an der Haustür, um auf die aktuelle Notstandssituation eines Zirkus aufmerksam zu machen. Alles für die gute Sache natürlich.

In dieser kleinen Artikelserie beschäftigen wir uns eingehender mit dem Face-2-Face-Fundraising:

Nicht alle Organisationen sind in der Lage ihre Themen so aufzubereiten, dass sie in wenigen Minuten verständlich erklärt und zu einer Spende überzeugen können. Nur mit einfach aufbereiteten Inhalten werden Mitarbeiter an Infoständen in der Lage sein, Passanten von einer Spende zu überzeugen. Sehr komplexe Themen lassen sich noch schwieriger erklären, zumal wenn die Entscheidung einer Spende in nur wenigen Sekunden entschieden wird (Vgl. Stadelhofer. 2012. S. 56). Werden diese Kritikpunkte, die vor allem durch „[…] unseriöse und lästige Geldeintreiber […]“ (Werner. 2011. S. 44) entstehen, genauer betrachtet, scheint es kein Wunder zu sein, dass die Bevölkerung mit Misstrauen auf viele Fundraiser reagiert.

Warum Face-2-Face-Fundraising trotz allem funktioniert

Mit welchen Gründen hält sich nun das Face2Face-Fundraising trotz der negativen Entwicklungen so erfolgreich? Eine Vielzahl an Vorteilen zeigt, dass diese Fundraisingmethode durchaus ihre Daseinsberechtigung hat und so stets zu guten Ergebnissen bezüglich der langfristigen Spendergewinnung beiträgt. Für viele Organisationen, wie zum Beispiel Greenpeace, ist das Face2Face-Fundraising ein „[…] kontrolliertes Abenteuer“ und „[…] der Königsweg im Fundraising […]“ (Stadelhofer. 2012a. S. 13).

Eines der großen Vorteile ist die Transparenz, welche durch das direkte und persönliche Werben von Spendern gewonnen wird. Mitarbeiter können schneller und genauer auf die Fragen, Wünsche und Bedürfnisse der potentiellen Spender eingehen und ebenso schnell darauf reagieren. Themen werden dadurch leichter verständlich und die möglichen Spender können sich eher etwas unter den Problemen und Zielen vorstellen.

Durch den direkten Kontakt entsteht zudem schneller eine Verbindung zwischen dem Verein und dem Interessenten, was vor allem für die Gewinnung von Dauerspendern von großer Bedeutung ist.

Ein weiteres wichtiges Stichwort bezüglich Face2Face-Fundraising ist die Authentizität. Diese geht mit der Forderung nach Transparenz einher. Im Gegensatz zu Spendenmails können Infostandkampagnen ein klareres Bild der Vereinsziele, -werte und -normen schaffen. Personen, die sich ehrlich umworben fühlen und mit dem Verein identifizieren können, werden auch eher bereit sein eine dauerhafte Fördermitgliedschaft einzugehen.

Trotz der hohen Frequenz von Infoständen in Städten, die von vielen als lästig und nervig aufgefasst wird, kann dieses Fundraisinginstrument große Resonanz verzeichnen und ist zumeist profitabel bei der Neuspendergewinnung. Auch wenn nur einige Interessierte an diesen Ständen halten, so können gerade in direkten Gesprächen die meisten Dauerspender gewonnen werden. Zwar erfassen andere Fundraisinginstrumente wie E-Mails und Briefe eine breitere Masse an Menschen, doch das direkte Gespräch kann eher noch Ungereimtheiten und mögliche Skepsis sofort aus der Welt schaffen.

1 COMMENT

  1. Interessanter Artikel! Hätte mir noch Zahlen gewünscht, welche die gezogenen Schlüsse untermauern. Doch immer weiter so!

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