Du hast für Deine Organisation eine Projektidee und brauchst Geld zur Umsetzung? Wenn Du ein Konzept entwickelt hast, geht es darum, Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Eine Möglichkeit stellen Stiftungen dar, die verschiedenste Formate wie Preise und diverse offene oder thematisch eingegrenzte Ausschreibungen einsetzen. Wenn du eine Stiftung von deiner Idee überzeugen willst, ist neben einer überzeugenden Projektbeschreibung, ein passender und nachvollziehbaren Kosten- und Finanzierungsplan essentiell.

Bevor du anfängst einen Projektantrag zu schreiben, solltest du zunächst die Anforderungen für die Ausschreibungen genausten studieren. Wenn es beispielsweise keinen gemeinsamen Satzungszweck deiner gemeinnützigen Organisation und der Stiftung gibt, so darf keine Förderung erfolgen. Ebenfalls geben sowohl die Stiftungssatzung als auch die jeweiligen Förderrichtlinien klare Hinweise, wonach die Stiftungen suchen. Wenn eine Ansprechperson angegeben ist, kann ein kurzer Anruf viel Zeit sparen. Viele Stiftungen sind zu einem zweistufigen Antragsverfahren übergegangen, in dem du im ersten Schritt deine Idee grob skizzieren kannst, um daraufhin ggf. einen Vollantrag zu verfassen.

Wenn du einmal ein gutes Grundgerüst hast, so wirst Du die verschiedenen Bausteine schnell an verschiedenste Anforderungen anpassen können.

Die Projektbeschreibung: Das Herzstück deines Antrags

Deine Idee ist das Herzstück des Antrags. Diese präsentierst du in der inhaltlichen Projektbeschreibung. Die Frage nach dem Hintergrund, der Zielgruppe, der Umsetzung und der Ziele muss immer beantwortet werden sowie verschiedenste weitere spezifische Anforderungen. Versuche möglichst klare und messbare Ziele zu definieren, damit die Stiftung sich besonders gut vorstellen kann, was sie von deinem Projekt an Mehrwert erhält. Mit einer überzeugenden Vision, der Gründeridee und der Motivation schaffst du Vertrauen und zeichnest deine Organisation von anderen ab. Zudem sollte dein Antrag übersichtlich, lesbar gestaltet und in einer klaren Sprache geschrieben sein. Es gibt viel gute Literatur zum Thema. Mein Favorit ist „Erfolg­reich Fördermittel einwerben“ von der Stiftung Mitarbeit.

Der Kostenplan: Ohne geht es nicht

Der Kostenplan ist das stabile Rückgrat deiner Idee. Wenn du nicht weißt, was du für deine Idee brauchst und wie teuer es sein wird, wirst du keinen Unterstützenden von deiner Idee überzeugen. Die Frage der Kosten eines Projektes stellt sich für alle potentiellen Unterstützenden direkt, nachdem Du sie von Deiner Idee überzeugt hast. Es lohnt sich, frühzeitig und intensiv über den Kostenplan nachzudenken. Zahlen vermitteln Kompetenz, sind aussagekräftig und verdeutlichen, dass die Idee gut durchdacht wurde und umsetzbar ist. Ein nachvollziehbares Budget stellt deine Idee auf ein solides Fundament.

Der Finanzierungsplan: Woher kommt das Geld

Vom Kostenplan ist der Finanzierungsplan zu unterscheiden. Hier fasst du alle Möglichkeiten Geld einzunehmen sowie potentielle Unterstützer*innen für das Projekt zusammen. Natürlich besteht die Möglichkeit 100% der Projektkosten von einer Stiftung zu erhalten. Deutlich häufiger kommt jedoch die Forderung nach Kofinanzierungen und/oder Eigenbeteiligungen/Einnahmen/Spenden. Eine durchdachte Finanzierung schafft Sicherheit. Die meisten Ausschreibungen zielen nicht darauf ab, eine Idee langfristig zu unterstützen sondern eine Anschubfinanzierung zu leisten, während eine kontinuierliche Eigenfinanzierung aufgebaut wird.

Andrea Puschhof
Autor Andrea Puschhof

Freiberufliche Beraterin mit pragmatischen Ansätzen für Nonprofits sowie Kunst- und Kultur-schaffende. Seit 12 Jahren ist Dr. Andrea Puschhof für gemeinnützige Organisationen und Stiftungen aktiv. Ihre Schwerpunkte sind Großspenderfundraising, Wirkungsmessung und Antragslyrik.

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