Neben einer überzeugenden Projektbeschreibung und einem klaren Kostenplan brauchst Du einen Finanzierungsplan. Dieser verdeutlicht bei der Antragsstellung, dass Du ausreichend Mittel eingeplant hast, um das Projekt vollständig durchführen und finanzieren zu können.

Der Finanzierungsplan beschreibt, wie Du die Kosten decken möchtest: Sei es über eine Stiftung, über eigene Einnahmen und eine Stiftung oder über mehrere Stiftungen (s. Abb. 1). Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber am Ende muss klar sein: Du solltest mindestens so viel einnehmen, wie Du ausgibst. Der Finanzierungsplan ist also direkt an den Kostenplan gekoppelt. Wenn Du keine ausreichenden Mittel hast, musst Du den Kostenplan dementsprechend anpassen.

Worauf musst du achten?

Nun hat jede Institution verschiedene Vorgaben für den Finanzierungsplan. In den seltensten Fällen werden von einer Stiftung 100 % der Kosten getragen. Jedoch kann es vorkommen, dass eine Stiftung das Projekt als alleiniger Förderer kommunizieren will und dann eben auch alleine genannt werden möchte – dies sollte am besten vorab besprochen werden. Häufig wird ein Eigenanteil vorausgesetzt, prozentual von der beantragten Summe. Damit sind Eigenmittel gemeint, die entweder eingenommen oder aus freien Mitteln – z. B. durch Spenden – der Organisation entnommen werden. Die Verwendung von Eigenmitteln wird damit begründet, dass das Projekt sicherer und motivierter umgesetzt wird, wenn eigene Mittel mit einfließen. In vielen Fällen können hier auch unbare Mittel, beispielsweise die Zeit von Ehrenamtlichen, angerechnet werden.

Was kommt nach der Finanzierungsplanung?

Die Planung ist das eine, kompliziert wird es, zu entscheiden, wie Du anfängst. Natürlich entscheiden nicht alle potentielle Unterstützenden zur gleichen Zeit entscheiden. Hier solltest du besonders auf drei Punkte achten:

  1. Welche Deadlines für Gremiensitzungen etc. gibt es?
  2. Bei welchen Unterstützenden siehst Du die größte Wahrscheinlichkeit einer Zusage?
  3. Realistische Summen bei den jeweiligen Institutionen angeben.

Wenn du die erste Stiftung als Unterstützerin gewonnen hast, werden schneller weitere folgen. Also ruhig los. Es kann auch nicht schaden, noch weitere Stiftungen „in petto“ zu haben, falls eine Absage eintrudelt. Kommunizieren den aktuellen Stand offen und regelmäßig mit allen Beteiligten, so dass alle auf den Projektstart gespannt sind.

Andrea Puschhof
Autor Andrea Puschhof

Freiberufliche Beraterin mit pragmatischen Ansätzen für Nonprofits sowie Kunst- und Kulturschaffende. Seit 12 Jahren ist Dr. Andrea Puschhof für gemeinnützige Organisationen und Stiftungen aktiv. Ihre Schwerpunkte sind Großspenderfundraising, Wirkungsmessung und Antragslyrik.

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