Gelesen: Fördertöpfe für Vereine

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Netzwerk Selbsthilfe - Fördertöpfe
Stiftungsakquise ist ein Grundwerkzeug im Fundraising. Es ist Teil der Fundraising Ausbildung und nahezu jeder Kollege und jede Kollegin hat es schon im Einsatz gehabt. Das kleine 1×1 eben.

Und jeder ist auf der Suche nach guten Daten. Nach neuen Stiftungen für alle möglichen erdenklichen Zwecke. Zur Recherche kann das Netz herangezogen werden, aber auch im klassischen Print-Bereich gibt es Produkte, die seit Jahren präsent sind und die Arbeit erleichtern.

Eines davon durften wir nun rezensieren. Es ist die 13. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage 2017 eines Buchs vom Netzwerk Selbsthilfe.

Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen

Hierbei handelt es sich um eine klassische Auflistung und Kurzerklärungen von Stiftungen und weiteren fördernden Institutionen. Diese sind alphabetisch sortiert und am Ende steckt noch ein Schlagwortregister. Nach einer kurzen Einführung zu Stiftungen im allgemeinen und einer Anleitung zur Antragstellung wird klar, dass sich dieses Buch an Nicht-Profis richtet, die ihre ersten oder zweiten Schritte im Stiftungswesen machen und ganz konkret Finanzierungslücken schließen müssen.

Sprachlich orientiert sich das Buch deutlich an der eigenen Zielgruppe. Es ist locker geschrieben mit pragmatischen Ansätzen. Der Fokus der ausgewählten Stiftungen liegt ganz klar im Bereich der Politik, in der Umwelt- und Kulturförderung sowie der Veränderung von gesellschaftlichen Missständen.

Was jedoch ein wenig verwundert:

Die Texte verheimlichen nicht die politisch-aktionistische Ausrichtung und kritische Grundhaltung des Netzwerks gegenüber dieser Art der Akquise. So wird zum Beispiel in der Überschrift des Erklärbereichs vom “Stiftungs-Unwesen” geredet und es werden Stiftungen als Steuervermeidungsoptionen dargestellt und zwischen den Zeilen philanthropische Intentionen hinterfragt. Das ist ja legitim und kann man machen. Auf der anderen Seite ist es dann aber in Ordnung, genau diese Töpfe anzuzapfen? Weil es pragmatisch ist?

Das gefällt!

Jeder sucht neue Datenquellen. Und mit jedem neuen Buch gibt es neben den alten bekannten immer wieder neue Stiftungen, die bislang nicht auf dem Schirm des Fundraisers waren. So auch hier.
Gut ist, dass bereits auf den ersten Blick erkennbar ist, WO genau die Stiftung fördert. Ist man auf der Suche nach regionaler Unterstützung, so kommt man schnell voran.

Unschlagbar ist natürlich auch der Preis.

Das Buch ist für 22,- Euro direkt beim Anbieter zu beziehen.

Mitbewerber zu diesem Buch ist sicherlich der bekannte Fördermittelführer. Nicht jedoch das Stiftungsverzeichnis des Bundesverbands, da dieses doch arg teurer und weniger spezifisch ist.

Wer sollte es kaufen?

Aktive aus Vereinen und Initiativen, die sich in Sozial-, Umwelt- oder Kulturprojekten tummeln können nichts verkehrt machen. Selbst, wenn bereits eine einzige Akquise mit Hilfe des Buchs gelingt, so haben sich Investition und Zeit gelohnt.

Aber!

Stiftungsbücher, ach, Bücher. Persönlich habe ich bereits vor Jahren angefangen, eine eigene digitale Stiftungsliste aufzubauen. So schön Bücher und Nachschlagewerke sind: Sie sind nicht effektiv. Was ich mir wünschen würde wäre eine offene Datenbasis der Stiftungsrecherche, die selbst angepasst werden kann. Als csv-Daten oder wie auch immer. Nur so machen die unterschiedlichen Stiftungsquellen für den Profi gemeinsam Sinn. So muss nicht bei jedem Projekt oder Vorhaben jedes Stiftungsbuch erneut in die Hand genommen werden.

Aber das ist eher #offtopic und hat mit dem gelungenen Buch vom Netzwerk Selbsthilfe nichts zu tun.

tl;dr

Die neue Fördertopfbroschüre vom Netzwerk Selbsthilfe ist eine gute Ergänzung zu vorhandenen ähnlichen Recherchequellen. Unschlagbar ist der Preis in Höhe von 22,- Euro, der neben der Lesefreundlichkeit einen Kauftipp darstellt.

Als Bonus lag unserem Paket noch eine Suchhilfe für Förderpreise dabei. Dieses Buch („Schwein gehabt“) ist ein wirkliches Add-On und listet getrennt viele Wettbewerbe und Ausschreibungen von Stiftungen und Vereinen auf. Dies ist aus meiner Sicht einzigartig. Viel Erfolg bei den Bewerbungen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen
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Maik Meid
Ruhrgebietskind Jg. 1976, lebt in Hattingen, freiberuflicher Fundraising-Manager (FA). Seit >20 Jahren für Nonprofits tätig. Unterstützer und Lehrbeauftragter für Fundraising und digitale Kommunikation. Begleitet (auch) gemeinnützige Organisationen im Fundraising und durch den digitalen Dschungel.

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