Erfolgsstory: 50 Prozent der Spenden haben Online-Kanäle zum Ursprung

Online läuft nicht, heißt es immer wieder. Aber das stimmt nicht. Die Welttierschutzgesellschaft generierte im Jahr 2017 die Hälfte aller Spenden aus Online Kanälen. Wie sie das geschafft haben erzählt Wiebke Plasse im Interview.

Was war euer größter Erfolg?

Nachdem wir unser Online-Fundraising intensiviert haben, schließen wir 2017 mit einem guten Ergebnis ab: Wir konnten die Anzahl der Online-Einzelspenden verdoppeln, insgesamt hatte im letzten Jahr jede zweite Spende ihren Ursprung auf unseren Online-Kanälen.

 

Wie habt ihr das geschafft?

Das hat zweierlei Gründe. Beim Ersten sollten wir im Sinne der Sache nicht von Erfolg sprechen. Da wir vornehmlich in Schwellen- und Entwicklungsländern aktiv sind, war das Jahr besonders herausfordernd, weil eben diese Länder von Krisen und Katastrophen geplagt waren – ob im syrischen Aleppo angesichts der Kriegssituation, im von Dürre geplagten afrikanischen Tansania oder durch hunderte illegal gewilderter Tiere u.a. in Vietnam. Unser Fundraising (aber natürlich auch alle anderen Bereiche wie die Projektleitungen, das Online-Marketing sowie die Presse- und Öffentlichkeit) waren zu einem großen Teil mit der Aufarbeitung von Soforthilfe-Themen beschäftigt. Anders als gewöhnlich – wir fokussieren uns auf langfristige und nachhaltige Projekte zum Schutz der Tiere – haben diese Anlässe schnelle Hilfe verlangt und so haben wir außer der Reihe “urgent appeals” versendet. Das “Tagesgeschäft”, also die regulären und weitaus intensiver geplanten Themenschwerpunkte und Versendungen liefen im normalen Rhythmus weiter. Unsere Unterstützerinnen und Unterstützer erkannten dankenswerter Weise die Notwendigkeit und wollten helfen – schnell und einfach mit einer Onlinespende.

   

Hier spielte dann unser Website-Relaunch als zweiter Grund eine wichtige Rolle beim Zuwachs an Onlinespenden. Statt einer Weiterleitung zu PayPal oder der Angabe unserer Kontodaten für eine Überweisung findet seit Mai 2017 nun alles direkt auf unserer Seite statt. Die Spendenseiten sind so optimiert und intuitiv gestaltet, dass sie sich ohne Hürden bedienen lassen – auf allen Endgeräten. Wir machen dem gewillten Spender somit den Weg so einfach wie möglich. Die geringe Absprungrate auf den Spendenseiten – also die Zahl derer, die die Spendenseite besuchen und keine Spende tätigen – spricht für sich.

Was war ausschlaggebend für den Erfolg?

Ganz klar die Schnelligkeit und Flexibilität des ganzen Teams. Ich denke, dass wir gerade als kleine Organisation mit nur rund zehn Mitarbeitern die besten Voraussetzungen mitbringen, um auf aktuelle Geschehnisse besonders schnell reagieren zu können. Von der Krise oder Katastrophe bis zum verschickten Spenden-Appeal sind es nur wenige Abstimmungsphasen. Wir sind alle mit Herz bei der Sache und können in akuten Notsituationen auch mal Prioritäten auf unserer To-Do-Liste verschieben. Gerade das ist meiner Meinung nach im Online-Fundraising wichtig: Das Internet schläft nun mal nicht und birgt riesige Chancen für aktuelle Themen – wer dabei eine Rolle spielen will, muss sich entsprechend anpassen.

Was sind eure nächsten Schritte?

Wir folgen zum einen natürlich unserer Mission und erwirken langfristige Verbesserungen im weltweiten Tierwohl – die Soforthilfen ersetzen das nicht. Zum zweiten wollen wir aber auch unserer Rolle gerecht werden und denen helfen, die es gerade am nötigsten haben. 2018 wird sicherlich leider kein weniger krisengeplagtes Jahr und wir halten uns bereit – auch mit einem zeitlichen Puffer – um zukünftig weiter schnell reagieren und unseren Partnern helfen zu können.

Darüber hinaus stehen für uns aber die Bindung mit unseren Spendern und das Akquirieren von Fördermitgliedern weit oben auf der To Do-Liste. Das ist – angesichts der sich so schnell wandelnden Welt – eine Herausforderung, aber unbedingte Notwendigkeit. Hier arbeite ich beispielsweise gerade an der Implementierung eines neuen Newsletter-Tools, um unsere Spender noch individueller kontaktieren zu können.

Was plant ihr für 2018?

Wir werden unseren normalen Turnus der Print-Mailings und begleitenden Online-Appeals weiterführen. Im Online-Bereich wollen wir uns noch weiter fokussieren und auf Kanäle und Werkzeuge zurückgreifen, die ergiebig sind. Herauszufinden, welche das sind: Das ist mein erstes To Do für 2018.

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