Brauchen Nonprofits einen eigenen Blog?

Hallo Beate,
(Name von der Redaktion geändert. Melde dich via E-Mail an, um neue Texte personalisiert und einen Tag früher zu bekommen)

letzte Woche saß ich in einer netten Runde von Social-Media-Menschen aus verschiedenen Nonprofits, die sich über den Erfolg- und Misserfolg von Blogs unterhalten haben. Dabei habe ich mich mal wieder gefragt, warum eine Organisation heutzutage noch einen Blog braucht.

Drei gute Gründe zu bloggen

Der wichtigste Punkt ist sicher Personalisierung. Blogartikel haben einen klaren Absender, meist wird die Autorin kurz vorgestellt. Noch wichtiger ist aber, dass die Menschen dadurch freier schreiben können. Sie können auf einmal eigene Erfahrungen und Meinungen in den Text einfließen lassen. Dadurch kann der Leser sich besser mit dem Text identifizieren und ganz ehrlich, meistens macht es einfach mehr Spaß einen solchen Text zu lesen. Vor allem, weil Websites außerhalb von Blogs oft noch wie Pressemitteilungen geschrieben werden.

Ebenso wichtig ist die einfache Bedienbarkeit von Blog-Systemen. Meist muss man nur einen Titel angeben und kann seinen Text herunterschreiben. Man muss sich auch keine Gedanken darüber machen wo der Text jetzt hinpasst. Eine Einsortierung und Verlinkung findet automatisch anhand des Zeitpunktes der Veröffentlichung, Kategorien und Tags statt. Damit kann (fast) jeder einen Artikel schreiben und wir bekommen auch mal zu hören, was der Fachreferent, der Vorstand, der Finanzmensch denkt.

Dritte und letzter Punkt ist die Kommentierbarkeit und Interaktion. In der Regel kann jeder einen Beitrag kommentieren, inhaltlich erweitern und dazu beitragen, dass er noch besser wird. Wie viel dies tatsächlich genutzt wird ist in Zeiten von Facebook und Co. eine andere Frage.

Nachteile eines eigenen Blogs

Es spricht also alles für einen organisationseigenen Blog? Jain. Nach wie vor sind die meisten Blogs kein fester Bestandteil der Website, sondern laufen (meist auf WordPress-Basis) auf einer eigenen Domain oder Subdomain. Das macht es schön einfach, führt aber dazu, dass niemand den Blog ließt. Die Beiträge sind eben nicht inhaltlich eingebunden an der richtigen Stelle, sondern in einem eigenen Datensilo. Blogs werden dann meist zum ausgelagerten Social-Media-Tool für alles, was nicht auf die begrenzte Zeichenzahl von Facebook und Twitter passt. Mit etwas Glück (und einem Konzept, dass nicht nur auf aktuelle Ereignisse setzt), werden die Artikel zudem über Suchmaschinen gefunden. Leider haben wir häufig wenig davon. Besucher werden nur ungenügend vom Blog zurück auf die Website geleitet auf der Engagementmöglichkeiten wie Spenden gelistet sind (ein gutes Beispiel ist hier der WWF-Blog, bei dem jeder Beitrag mit einem weiterführenden Aufruf endet). Die meisten Besucher sehen vom Blog nur die Seite eines einzigen Artikels.

Bloggen Ja, Blog Nein

Deshalb: Bloggen Ja, aber kein eigener Blog! Nutzt die Möglichkeiten der Personalisierung, der einfachen Zugänge und des Feedbacks auch auf der Website, dann haben alle etwas davon. Ein gutes Beispiel ist dabei Oxfam. Hier werden Blogbeiträge wie News behandelt und tauchen überall auf der Website auf.

Ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen. Warum gehen wir mit unseren Beiträgen nicht dahin, wo die Leser sind? Das bedeutet Gastbeiträge auf anderen Websites zu schreiben und auch längere Beiträge in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Warum schreibt in Deutschland keine große NGO auf medium und Co.? Dort wird diskutiert, dort wird geteilt, dort wird Meinung gemacht. Die lange gültigen, suchmaschinenoptimierten Artikel kann man dann immer noch auf der eigenen Website veröffentlichen.

Wie immer interessiert mich deine Meinung zum Thema. Ist es möglich die Vorteile eines Blogs auch auf der eigenen Website zu nutzen? Schreib mir einfach ein Kommentar hier in den Blog oder eine E-Mail an jona@pluralog.de!

Schöne Grüße
Jona

PS: Wenn du neue Beiträge schon vor der Veröffentlichung per E-Mail bekommen möchtest, trage dich in meinen Newsletter ein. Ich schicke dir die Texte dann in einer personalisierten E-Mail zu.

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