Gute Praxis

Anforderungen an eine NGO-Webseite V

Spätestens bei den Vorbereitungen eines Relaunches muss man sich der Frage stellen: Was macht eigentlich eine richtig gute NGO-Seite aus? Was braucht es um den Bedürfnissen der Informations- und Fundraisingarbeit zu genügen? An welchen Beispielen kann man sich orientieren? In dieser Artikelserie möchte ich dazu einige Ratschläge und Empfehlungen geben.

Teil I:     Inhaltliche Anforderungen
Teil II:   Optische Anforderungen
Teil III: Technische Anforderungen
Teil IV:  Soziale Anforderungen
Teil V:    Von guten Beispielen lernen

Teil V: Von guten Beispielen lernen

In den vergangenen vier Teilen dieser Artikelserie habe ich verschiedene Anforderungen dargestellt, die an NGO-Internetseiten gestellt werden. Sie sind sicherlich nicht erschöpfend und ich freue mich über weitere Anregungen in den Kommentaren.

In diesem abschließenden Beitrag zur Artikelserie möchte ich einige Beispiele vorstellen, von denen man lernen kann. Keines der Beispiele hat alle Anforderungen einwandfrei umgesetzt, aber in mancherlei Hinsicht sind sie exzellent. Vielen Dank an Jona und Katja für die Website-Tipps! 

Screenshot von www.unicef.de – UNICEF Gemeinsam für Kinder

Die Startseite von UNICEF Deutschland ist für das Fundraising optimiert. Hinweise zu Spenden-Möglichkeiten findet sich viele: in der Navigation, die Hauptmeldung im Slider, der Patenschafts-Button unter der Hauptmeldung, der Einstieg ins Spendenformular rechts, die Kontoverbindung zum Rauskopieren, der Hinweis auf das DZI-Spendensiegel, den Transparenzpreis und die Initiative Transparente Zivilgesellschaft, den Verkauf von Grußkarten und den Zugang zum Spendenshop.

Neben der Vielfalt von Spendenmöglichkeiten werden auch zahlreiche Abonnement-Services angeboten. Direkt unter dem Spendenformular findet sich die Möglichkeit den Newsletter zu abonnieren. An der rechten Fensterseite sind fünf Profile in sozialen Netzwerken dargestelt: Facebook, Twitter, Youtube, MeinVZ und StudiVZ.

Screenshot von www.salvationarmy.ca – The Salvation Army Canada

Die kanadische Heilsarmee (The Salvation Army Canada) verwendet für ihre Internetseite das OpenSource-Content Management System WordPress. Inhaltlich richtet sich die Seite primär an Spender und Interessierte. Für diese Zielgruppen werden umfassend Inhalte rund um das Thema Hilfe und Wirkung bereitgestellt. Die mediale Aufbereitung erfolgt in Form von Text, Fotos und Video. Immer dabei ist die Kommentarfunktion.

Das Interesse an webbasierter Interaktion haben die Kanadier mit ihren britischen Kollegen gemeinsam. Im Juni sagte Julius Wolff-Ingham, Leiter Marketing und Fundraising bei The Salvation Army UK, dass sie zukünftig einen noch größeren Schwerpunkt auf webbasierte Interaktion legen werden. Er sagt, das Internet seit „ein ideales Tool für die Zwei-Wege-Kommunikation und um eine Organisation ‚zum Leben zu erwecken'“.

Screenshot von http://www.savethechildren.de – Save the Children

Was Save the Children gut umsetzt sind Teile der sozialen Anforderungen. Den Besucher begleitet die Bottom Line beim Scrollen. Die Telefonnummer und Email des Spenderservice, die Verlinkungen zu Facebook, Twitter und Youtube bleiben somit stets im Sichtfeld des Betrachters. Zwar ist das Blog auf einer weiteren Internetseite ausgelagert, aber dafür sind beide Seiten gut miteinander vernetzt. Zumindest im Bereich Jobs wird die zuständige Ansprechpartnerin mit Name und Kontaktdaten benannt.

Welche NGO-Internetseiten finde Sie besonders empfehlenswert?
Was kann man von diesen lernen und adaptieren?

Jörg Reschke
Autor Jörg Reschke

Als Experte für Digitale Kommunikationsstrategien und Fundraising berät & schult er in Unternehmen und Nonprofit-Organisationen. Zuvor war er als Chief Marketing Officer bei Enscape (Real-Time Rendering und Virtual Reality für Architekten) bzw. als Chief goood Officer beim sozialen Mobilfunkanbieter goood tätig. Gründete das Institut für Kommunikation in sozialen Medien und die Fachgruppe Digitales Fundraising im Deutschen Fundraising Verband.

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