Anforderungen an eine NGO-Webseite III

Spätestens bei den Vorbereitungen eines Relaunches muss man sich der Frage stellen: Was macht eigentlich eine richtig gute NGO-Seite aus? Was braucht es um den Bedürfnissen der Informations- und Fundraisingarbeit zu genügen? An welchen Beispielen kann man sich orientieren? In dieser Artikelserie möchte ich dazu einige Ratschläge und Empfehlungen geben.

Teil I:     Inhaltliche Anforderungen
Teil II:   Optische Anforderungen
Teil III: Technische Anforderungen
Teil IV:  Soziale Anforderungen
Teil V:    Von guten Beispielen lernen

Screenshot aus Google Analytics zur Geschwindigkeit der Internetseite

Teil III: Technische Anforderungen

Von NGO-Internetseiten erwarte ich, dass sie auf OpenSource-Systeme wie Drupal, Typo3 und WordPress setzen. Der Grund dafür liegt in der Risikominimierung. Baut die eigene Internetseite auf dem propietären System einer Agentur auf, so ist man sehr eng an diese gebunden und verfügt nicht über die notwendige Flexibilität.

Was die technischen Anforderungen an eine Internetseite betrifft, so gilt es vor allem Fehler zu vermeiden. Einen Beitrag dazu leistet das Einhalten der aktuellen Standards des W3C (u.a. für HTML und CSS). Einige Analysen zur Fehlersuche bieten u.a. die Google Webmaster Tools.

Für den Erfolg einer Internetseite leistet die Optimierung für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen einen wesentlichen Beitrag. Suchmaschinenoptimierung funktioniert auf vier Ebenen und jede dieser Ebene kann sehr intensiv bearbeitet werden. Je nach Kapazitäten und Strategie, ist auszuwählen, wieviel davon für eine Internetseite angewandt wird. Wichtig ist, dass die Suchmaschinenoptimierung bereits im Grundkonzept vorgesehen ist und entsprechende Vorbereitungen getroffen werden.

Das Laden einer Internetseite sollte in möglichst kurzer Zeit geschehen. Die Ladezeit steigt mit jedem Element, welches sichtbar oder im Hintergrund geladen wird. Als Richtwert für die sichtbaren Elemente einer Seite können drei Sekunden angenommen werden. Bei mobilen Endgeräte ist die Geduld mitunter stärker ausgeprägt, aber das sollte den Anspruch an die technische Umsetzung nicht mindern.

Rechtliche Anforderungen des Datenschutzes müssen selbstverständlich eingehalten werden. Aus Gründen der Datensparsamkeit und der informationellen Selbstbestimmung dürfen beispielsweise die IP-Adressen nicht in Analyse-Instrumenten ausgelesen werden oder sollten sensible Daten nur mit einer SSL-Verschlüsselung erfolgen.

Barrierefreiheit hat zum Ziel das Web-Angebot so zu gestalten, dass es auch mit eingeschränkten körperlichen oder technischen Möglichkeiten vollständig genutzt werden kann. Unter anderem gehört dazu die Sicherstellung der Skalierbarkeit von Inhalten, die logische Struktur der Seitenmenüs, der geschickte Einsatz von (Zwischen-) Überschriften und die Beschreibung von Medieninhalten.

Typische Fehler, die es zu vermeiden gilt:

  • Beim Relaunch werden den Unterseiten neue URLs zugewiesen und keine Brücken gelegt, so dass Links von anderen Internetseite und Suchmaschinen ins Leere führen.
  • Die Suchmaschinenoptimierung der Texte wird dermaßen übertrieben, dass die Texte für den menschlichen Nutzer kaum mehr verständlich sind und der Lesefluss erheblich beeinträchtigt ist.
  • Bei der Übertragung von finanziellen Transaktionen (z.B. Spenden) wird ein nicht mehr gültiges Sicherheitszertifikat aufgerufen und der Nutzer erhält eine entsprechende Warnmeldung.

Gibt es weitere Tipps zu technischen Anforderungen?
Möchten Sie typische Fehler ergänzen?

1 COMMENT

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

*