Fundraising-Instrumente

instrumente geralt pixabayMit fortschreitender Durchdringung der Internetnutzung in allen Altersgruppen sowie der steigenden Popularität sozialer Medien nehmen auch die Online-Fundraising-Instrumente einen wachsenden Stellenwert im Fundraising ein. Zwar ist und bleibt ein benutzerfreundlicher, intuitiv gestalteter und informativer Internetauftritt das wichtigste Online-Fundraising-Instrument, der Markt um neue Spendenwege außerhalb der Webseite wächst jedoch kontinuierlich..

Um als Fundraiserin und Fundraiser stets auf dem Laufenden zu bleiben, finden Sie hier einen Überblick über von Fundraising-Plattformen bis zu Social Media Widgets:

Wir nehmen nur solche Anbieter auf, die wir aufgrund von eigenen Erfahrungen oder verlässlichen Empfehlungen weiterempfehlen möchten.

Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und erweitert. Ein erneutes Vorbeischauen lohnt sich!

Spendenplattform

Auf Spendenplattformen können gemeinnützige Organisationen ihre Projekte darstellen und für konkrete Maßnahmen oder allgemeine Organisationstätigkeiten Geld einwerben. Spenderinnen und Spendern auf Spendenplattformen einen Überblick über spendensammelnde Organisationen erhalten und ggf.  die direkte Kontaktaufnahme zu Projektverantwortlichen der Nonprofit-Organisationen nutzen.

Die Darstellung und Reihenfolge der Organisationen erfolgt auf den Spendenplattformen unterschiedlich. Deutlich unterscheiden sich beispielsweise der “Community of Trust”-Ansatz von Betterplace (Personen empfehlen und bewerten Organisationen) und der “HelpRank”-Ansatz von HelpDirect (plattformeigene Bewertung der Organisationen anhand des Umfangs von Transparenzleistungen).

Beispiele für Spenden-Plattformen im deutschsprachigen Raum sind:

Weitere Spendenplattformen sind Ammado, Charity-Label, Hilfsorganisationen und Spendenportal der Sozialbank (auch als iOS-App).

Aktivisten-Fundraising

Im Gegensatz zu Spendenplattformen stehen beim Aktivisten-Fundraising die Menschen im Vordergrund, die durch Anlassspenden, kreative Ideen oder sportlichen Einsatz Geld für gemeinnützige Zwecke in ihren Netzwerken einsammeln. Nach einer Registrierung können sie auf den Plattformen eine Aktion mit festgelegtem Spendenziel starten und die Organisation auswählen, für die Spenden gesammelt werden.

Von Seiten der Nonprofit-Organisation her ist eine Registrierung für die Plattformen notwendig, bevor zu ihren Gunsten Fundraising-Aktionen gestartet werden können. Zudem kann die Organisation die Plattformen in der Regel auch als klassische Spendenplattform verwenden. Eine Besonderheit stellt aktuell Spendet.Org als eine Plattform für Firmenspenden-Aktionen dar.

Beispiele für Aktivisten-Fundraising im deutschsprachigen Raum sind:

Crowdfunding-Plattform

Crowdfunding ähnelt dem Prinzip von Spenden-Plattformen, ist allerdings nicht auf den gemeinnützigen Bereich eingeschränkt. Stattdessen wird diese Art der Finanzierung vor allem im Kultur- und Kunstbereich angewandt, kann auch von Unternehmen und Nonprofit-Organisationen eingesetzt werden.

Die jeweiligen Projektträger stellen ihr Projekt einschließlich des Finanzierungsbedarfs, dem Finanzierungszeitraum (üblicherweise 30-90 Tage) und verschiedener Beteiligungsprämien für die Unterstützer auf der Plattform dar. Das gesammelte Geld wird allerdings nur ausgeschüttet, wenn das Finanzierungsziel im angegebenen Zeitraum erreicht wird. Andernfalls gehen die Beiträge an die Unterstützerinnen und Unterstützer zurück.

Beispiele für Crowdfunding-Plattformen im deutschsprachigen Raum sind:

Weitere Crowdfunding-Plattformen im deutschsprachigen Raum sind Friendfund, Krautreporter (Journalismus), Respekt.Net, Sellaband (Musik) und Sonicangel (Musik).

Crowdfunding findet auch für Unternehmen statt und wird als Crowdinvesting bezeichnet. Plattformen im deutschsprachigen Raum sind Bergfürst, Companisto, Foundingcrowd, Group Capital, Innovestment, Meet-Seed, Seedmatch und Welcome Investment.

Einkaufs-Plattform

Über Einkaufsplattformen können Konsumentinnen und Konsumenten indirekt für Nonprofit-Organisationen spenden, ohne eine Aufpreis zahlen zu müssen. Vor der Transaktion in einem Online-Shop wählen sie die begünstigte Organisation aus und tätigen ihren Einkauf. Die Einkaufsplattform erhält nach Vertragsschluss eine Provision des Online-Shops und reicht diese vollständig oder prozentual an die gemeinnützige Organisation weiter. Mehr erfahren

Beispiele für Einkaufs-Plattformen im deutschsprachigen Raum sind:

Eine Besonderheit bei Elefunds ist, dass die Einbettung in Online-Shops den Kunden ermöglicht den Kaufbetrag aufzurunden und diesen Anteil zu spenden. Weitere Einkaufs-Plattformen sind Social-Deal, CharityMotion, PlanetHelp, ShopProbs und SocialPower.

Online-Auktion

Das klassische Prinzip der Auktion findet sich auch im Internet. Attraktive Angebote vorausgesetzt, können über Auktions-Plattformen interessierte Unterstützer Gebote für den guten Zweck abgeben.

Beispiele für Online-Auktionen-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Social Payment

Social Payment steht für eine freiwillige Mikro-Finanzierung von Online-Inhalten durch die Besucherinnen und Besucher von Webseiten. Dafür ist es notwendig, dass der Betreiber eines Internetangebots seine Webseite beim Social Payment Anbieter anmeldet und seinen Internetauftritt um den entsprechenden Button ergänzt. Auf Seiten der Unterstützerinnen und Unterstützer ist ebenfalls eine Registrierung beim Social Payment Dienst erforderlich. Die Einzelbeiträge belaufen sich auf geringe Cent- bzw. Eurobeiträge.

Beispiele für Social-Payment-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Suchmaschine

So genannte grüne bzw. ökologische Suchmaschinen basieren auf gängigen Suchmaschinen-Diensten (z.B. Google, Bing) und versuchen zum einen, die durch Werbeanzeigen generierten Einnahmen in ökologische Projekte bzw. an registrierte gemeinnützige Organisationen zu spenden. Zum anderen versucht beispielsweise Ecosia, die Kohlendioxid-Ausstöße, hervorgerufen durch die zahlreichen Suchanfragen, mittels Spenden an gemeinnützige Projekte auszugleichen.

Beispiele für Suchmaschinen-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Eine Besonderheit: Google Grants. Dabei  handelt sich dabei um den Zugang zu kostenlosen Werbeanzeigen, den Google gemeinnützigen Organisationen anbietet. Leitfaden anschauen

Freiwilligen-Plattform

Die Chancen von Online-Freiwilligenarbeit sind dabei sehr vielfältig: Über das Online-Freiwilligenmanagement (auch unter dem Begriff Online-Volunteering bekannt) können Freiwillige weit über den geographischen Wirkungskreis einer Organisation hinaus angesprochen werden. Vor allem aber bietet das Online-Engagement die Möglichkeit, Ehrenamtliche zu gewinnen, die sich nur projektbezogen für einen überschaubaren Zeitraum beteiligen wollen oder auch nicht die Möglichkeit haben, in einer Organisation durch regelmäßige Präsenz mitzuwirken. Mehr Infos

Beispiele für Freiwilligen-Plattform-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

International beispielgebend ist die Freiwilligen-Plattform der Vereinten Nationen.

Mobiles Fundraising

Hinter dem Instrument Mobile stehen Anbieter, die es Organisationen nach einer Registrierung ermöglichen, Spenden per SMS zu empfangen. Ein Teil der SMS-Kosten, die durch die Unterstützerinnen und Unterstützer gezahlt werden, verbleiben als Transaktionsgebühr beim Mobile-Service-Anbieter.

Beispiele für Mobile-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Bausteine für Internetseiten

Bei Widgets handelt es sind um kleine Programme bzw. Bausteine mit denen Spenden-Funktionen af der eigenen Internetseite eingebettet werden können. Die Anzahl ist unüberschaubar und es kommen regelmäßig neue Widgets dazu. Neben Dienstleistern sind es teilweise auch Banken, die diese Widgets anbieten.

Beispiele für Spendenformular-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Beispiele für Spendenbutton-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Beispiele für Spendenzertifikat-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Weitere Widgets:

Bausteine für Social Media

Bei Widgets handelt es sind um kleine Programme als Schnittstelle zwischen klassischen Internetauftritten und sozialen Netzwerken. Die Anzahl ist unüberschaubar und es kommen regelmäßig neue Widgets dazu. Die Anwendungen werden mit dem Ziel entwickelt, auf den verschiedenen Social Media Plattformen direktes Spenden ohne zusätzliche Medienbarrieren zu ermöglichen. So können beispielsweise Spender über verschiedene Widgets auf Facebook direkt spenden, ohne zum Internetauftritt der Nonprofit-Organisation wechseln zu müssen.

Beispiele für Widgets-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind:

Eine erste Zusammenstellung mit damals 10 Kategorien dieser Übersicht erstellten Maik Meid und Jörg Eisfeld-Reschke, die im Januar 2011 als “Map for Good” bei fundraising2.0 veröffentlicht wurde. Die Plakate von damals sind vergriffen, aber auf Slideshare verfügbar.

Wenn Sie Ihren Online-Fundraising-Dienst hier vermissen, senden Sie einfach eine kurze Mail an katrin@sozialmarketing.de.

9 Kommentare

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  7. Hallo zusammen
    vielen lieben Dank für die vielen, handlichen Informationen! Es ist wirklich sehr hilfreich. Ich arbeite ehrenamtlich für einen kleinen, österreichischen Verein und habe mit der Überarbeitung der Homepage begonnen, was dringend notwendig ist. Bezüglich der Onlinespenden haben sich bei mir ein paar Fragen ergeben, die Sie mir vielleicht beantworten können. Denn wir wollen gerne auch die Möglichkeit einbauen, dass man über ein Spendenformular spenden kann. Die Homepage basiert auf WordPress. Nun gibt es WordPress eigene Plugins, die ein solches Formular ermöglichen, aber auch die von Ihnen vorgeschlagenen. Da ich keinerlei Erfahrung mit Onlinespenden habe, wollte ich wissen, ob es im Bezug auf ein Spendenformular bekannte Risiken (Datenschutz, Geld kommt nicht dort an, wo es soll…) gibt, die wir bedenken müssen. Sollte man sich da an die bekannteren Anbieter wenden oder kann ist auch bei WP-Plugins eine Sicherheit gewährleistet? Muss dabei irgend etwas beachten?
    Ich hoffe sehr, dass Sie mit helfen können und
    bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit
    Mit besten Grüßen
    Heidl

    • Die Verantwortung für eine sichere Datenübertragung von Spendentransaktionen liegt bei der Organisation. Das heißt, wenn Sie selbst das Wissen und die Ressourcen dafür haben ein Formular selbst zu bauen oder ein Plugin so anzupassen, dass Sie die Sicherheit gewährleisten können, dann kann man das ruhig machen. Die meisten Organisationen wenden sich dafür eher an Dienstleister wie Fundraising-Agenturen und Banken, welche den Service als Teil ihres Kerngeschäfts bereitstellen (und es deshalb vermeintlich besser können).

      Kurzum: Ein WordPress-Plugin oder einen Dienstleister-Service einzubinden setzt das Vertrauen in den Anbieter voraus. Bei Dienstleistern habe ich eher die persönliche Verbindung und kann Nachfragen stellen als bei mehr oder minder unbekannten Entwicklern, die ein Plugin zur Verfügung stellen.

      Bevor Sie ein Formular oder Plugin auswählen, sollten Sie einige Kriterien festlegen. Vielleicht helfen Ihnen diese Fragen weiter: Welche Zahlungsformen erwartet Ihre Zielgruppe? Welche Individualisierungs-Optionen benötigen Sie um den Service inhaltlich und optisch auf Ihre NGO anzupassen? Mit wie hohen Online-Spendeneinnahmen rechnen Sie? Welche Anregungen können Sie von der Umsetzung vergleichbarer Organisationen für sich ableiten?

  8. Hallo,
    unser Verein hat eine webseite und ist seit kurzem auch bei facebook dabei. Auf der webseite haben wir den Bildungsspender für Spenden eingerichtet. Auf unser Facebookseite suchen wir nun auch eine Möglichkeit um Spenden zu sammeln. Der Spendenbutton, wie in den USA wäre nicht schlecht. Gibt es denn hier auch so eine Möglichkeit? Und welche ist zu empfehlen?
    Achim

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