Tritt die Branche auf der Stelle? Was im Online Fundraising so richtig schlecht läuft

Und was wir dagegen tun können?

Trends, Trends, Trends – der Fundraising Kongress war voll davon. Aber wenn, man zurück in die eigene Organisation kommt und auf den Boden der Tatsachen blickt, merken viele: Wie sollen diese Trends umgesetzt werden, wenn die Grundlagen dafür nicht vorhanden sind. Im Workshop „Tritt die Branche auf der Stelle – Trends und Zukunft des Online Fundraisings“ haben wir uns genau diesen Fragestellungen gewidmet.

Fangen wir von vorne an. Wieso haben noch nicht alle Organisationen einen eigenen Whatsapp Channel, Chatbots, VR Brillen, Beiboote und vor allem Mut? Genau das haben wir diskutiert und die Hürden gesammelt:

  • Zu viele Dienstleister, die Neues anbieten
  • Schwerer Einstieg ins Online Fundraising
  • Unklare Renditeaussichten
  • Wenig mutige NGOs
  • Online ist nicht wie offline
  • Kein Risiko-/Investitionskapital
  • Nicht visionärische Branche
  • Unklare Vorstellungen über Online Fundraising Strategie
  • Angst vor Datenschutz und Reputationsverlust
  • Lahmlegung des Fundraisings der Fachbereiche
  • Mangelende Kapazitäten
  • Organisationelle Ängste & Hürden
  • Kein strategisches Ziel durch den Vorstand
  • Abhängigkeit von IT
  • Personelle Ressourcen
  • Zu viel Outsourcing
  • Fehlende On-/Offline Integration
  • Entscheidung nach Geschmack, nicht nach Strategie & Know-How
  • Unsicherheit auf Seiten NGO & Dienstleister

Die zwei drängendsten Herausforderungen sind nach Meinung der Teilnehmer, das Thema Datenschutz und ein damit potenziell verbundener Reputationsverlust und die Tatsache, dass viel Angst, Unsicherheit und wenig Mut in den Organisationen herrschen.

Doch was tun? Das haben wir gemeinsam überlegt und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Datenschutz und Reputationsverlust

  • Unser Produkt ist Vertrauen
  • Klare, sinnvolle Gesetzgebung
  • Faktenbasierte Diskussion
  • Positives Bild von Datennutzung in der Öffentlichkeit etablieren
  • Mehr Wissen, weniger Meinungen
  • Kluge Abwägung zwischen Chancen & Risiken
  • „Lust“ an Online in allen Abteilungen
  • Konsistente Kommunikation über Datenschutz
  • Transparenz

Neben der Gesetzgebungskomponente und der öffentlichen Wahrnehmung, wo vielleicht auch der Fundraising Verband zukünftig aktiv werden kann, beginnt die Auseinandersetzung und Aufklärung über das Thema vor allem in der eigenen Organisation. Workshops und Vorträge von Experten können hier helfen, Vorbehalte abzubauen.

Wenig mutige NGOs, Unsicherheit, Organisationelle Ängste und Hürden

  • Ehrlichkeit
  • Klare Zielsetzung
  • Testen
  • Einstimmige Erwartungshaltung
  • Wertschätzung der Expertisen

Diese Herausforderung ist vor allem eine Aufgabe der Organisationsführung. Klare Zielsetzungen und eine positive Organisationskultur sind gefordert. Aber auch auf operativer Ebene können Maßnahmen, wie regelmäßige abteilungsübergreifende Meetings, Testballons einzelner Online Fundraising Maßnahmen oder wertschätzende Kommunikation, zu Veränderungen führen.

Und nun sind Sie gefragt: Fehlt etwas? Was läuft Ihrer Meinung nach schlecht? Haben Sie Ideen, wie wir diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen können? Diskutieren Sie mit.

3 COMMENTS

  1. Auf der Stelle treten die weithin nach wie vor überzogenen Erwartungen. Man kann online heute durchaus Geld verdienen, dabei helfen diverse, gut entwickelte Tools. Es bleibt meistens aber ein Randprodukt, das zumeist nicht mehr als 25% der Einnahmen erwirtschaftet. Mehr wäre möglich mit hohen Investitionen und langem Atem, das können und wollen die wenigsten.

    • Mit 25% wäre Online kein Randprodukt mehr. Ich stimme Dir aber vollkommen zu: Soweit kommen nur die wenigsten Organisationen. Nämlich jene, die ausreichend Zeit, Personal und Budget einsetzen um eine Strategie zu entwickeln und umzusetzen

  2. Was hier ganz zutreffend angesprochen wird ist das Thema “institutional readyness” (IR) – was es braucht, ist eine Überwindung eines blinden Fleckes in der Branche. Der findet Ausdruck darin, dass zwar das Fehlen der IR aller Orten und zu jeder Gelegenheit beklagt und eingefordert wird, aber keine Antworten darauf gegeben werden, wie die IR hergestellt werden kann. Dazu gehört u. E. auch zu erkennen, was der eigene Beitrag bzw. die eigene Verantwortung der FundraiserInnen und BeraterInnen darin ist. Deshalb braucht alles was in dem Beitrag eingefordert und als Voraussetzung postuliert wird Organisationsentwicklung. Es wäre an der Zeit, dass sich die Branche, vielmehr jede/r FundraiserIn damit auseinandersetzt und tatsächlich Handlungsoptionen lernt. Wir haben inzwischen viel Erfahrung darin und erprobte instrumente, die nachweislich erfolgreich sind. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, welche Tools oder Strategien im Fundraising aufgebaut oder optimiert werden sollen, wenn IR hergestellt werden soll. Man muss nur bereit sein, diese Sphäre aktiv zu betreten und darin zu wirken, sie sich als FundraiserIn zu eigen zu machen. Fragen, wie das genau gehen kann gerne an uns, wir teilen unser Know-how mit Euch.

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