Recap: 22. Österreichischer Fundraising Kongress

    Mehr Wachstum – unter dem Motto fand vom 12.-14. Oktober der 22. Österreichische Fundraising Kongress in Wien statt. Bei meinem zweiten Besuch auf diesem Kongress konnte ich wieder Eindrücke sammeln, die ich hier gerne wiedergeben möchte.

    Gemütliche Atmosphäre

    Was den Österreichischen Fundraising Kongress auszeichnet ist die gemütliche Atmosphäre. Man kommt leicht ins Gespräch und die Stände der Sponsoren sind rund um den Getränkebereich positioniert, so dass hier ebenfalls Kontakt hergestellt wird.

    Mit fast dreihundert Teilnehmenden ist es kein kleiner Kongress mehr, aber auf dem schönen Gelände des Europahauses verteilt es sich angemessen. Meistens zumindest. Das der Kongress langsam aus den Räumlichkeiten rauswächst, das ist am Abend der Preisverleihung zu merken: Im Hauptraum sind nicht genügend Tische und Sitzplätze vorhanden, so dass eine nicht geringe Anzahl von Teilnehmenden im hinteren Bereich stehen muss.

    Wachstum ist Programm

    Mehr Wachstum war das Motto des Kongresses, das sich nicht nur in der Rekordteilnehmerzahl wiederspiegelte. Selten habe ich einen Fundraising Kongress erlebt, der das Thema so stringend durch alle Themenbereiche durchzog.

    Den Beginn machte die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum österreichischen Spendenmarkt und der Gemeinnützigkeit (Prof. Haber) – hier insbesondere interessant wie wenig übereinstimmende Studien es bislang gibt. Als deutscher Besucher war ich beim Vortrag von Dr. Katzmair leicht irritiert, wie das deutsche Stiftungswesen als Vorbild gepriesen wurde und daran Anleihen genommen werden sollten. Tatsächlich scheinen die rechtlichen Nachbarbedingungen in der Alpenrepublik derzeit noch viele Barrieren für Stiftungen aufzuweisen und hat die Lobbyarbeit der Zivilgesellschaft dazu geführt, dass dort jetzt langsam eine Veränderung herbeigeführt wird.

    Wege zum Spendenwachstum gibt es viele – und genau dies spiegelt sich auch in der Vielfalt des Programms wieder. Großspenden-, Face2Face- und Online-Fundraising bildeten auf der instrumentellen Ebene die Schwerpunkte und wurden jeweils in mehreren Seminaren und Table Sessions bearbeitet.

    Fundraising ist DER Wachstumsmotor von NGOs >> Gerhard Wallmeyer

    Die fachlichen Diskussionen um die österreichische Zivilgesellschaft und die Entwicklung des Fundraisings fand meines Erachtens den Höhepunkt in der Podiumsdiskussion am zweiten Kongresstag. Vertreter verschiedener Diskussionen erörterten dabei die Rahmenbedingungen für Nicht-Regierungsorganisationen in Österreich und Deutschland. Aspekte wie die ökonomische Relevanz des Dritten Sektors, die Herausforderung der aktuellen Flüchtungswelle, Saklierung und Organisationsentwicklung wurden hierbei reflektiert und verglichen. Die treffendste Aussage kam von Gerhard Wallmeyer (Greenpeace Deutschland): “Fundraising ist DER Wachstumsmotor von Nonprofit-Organisationen”.

    Preisverleihung

    Was beim Österreichischen Fundraising Kongress immer einen großen Anteil am Abendprogramm ausmacht ist die Preisverleihung. Nicht in zwei oder drei, sondern in fast ein dutzend Kategorien wurden Preise verliehen. Diese Vielfalt wirkt teilweise etwas ermüdend, wenn nicht dadurch nicht mehr die Zeit bleibt zu erklären, was genau die Nominierten da eigentlich preiswürdiges gemacht haben.

    Besondere Beachtung fand die Sonderauszeichnung für eine besondere Initiative: Der Intendant des ORF wurde stellvertretend für seine Sendeanstalt ausgezeichnet für die aktuelle Vermittlungsplattform zwischen Nonprofit-Organisationen und Freiwilligen, die bei der Bewältigung der Flüchtlings-Herausforderung koordinierung werden müssen. Diese Initiative reiht sich ein in das langfristige Engagement des ORF, der unter anderem schon seit vielen mit freien Ausstrahlungsplätzen für Spots von NGOs den Dritten Sektor unterstützt.

    Fazit

    Der 22. Österreichische Fundraising Kongress ist inhaltlich und atmosphärisch sehr gut gelungen. Der Fundraising Verband Austria hat es geschafft Rekordteilnahmezahl, den roten Wachstumsfaden und die Gemütlichkeit der Räumlichkeiten wunderbar miteinander zu vereinen.

    <ironie>Es bleibt nur zu hoffen, dass aufgrund des großen Zuspruchs im kommenden Jahr nicht noch mehr Menschen die Preisverleihung nur im Stehen erleben. Sonst müsste mal über einen Livestream in die Bar nachgedacht werden 😉 </ironie>

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