Gute Praxis

Anforderungen an eine NGO-Webseite IV

Spätestens bei den Vorbereitungen eines Relaunches muss man sich der Frage stellen: Was macht eigentlich eine richtig gute NGO-Seite aus? Was braucht es um den Bedürfnissen der Informations- und Fundraisingarbeit zu genügen? An welchen Beispielen kann man sich orientieren? In dieser Artikelserie möchte ich dazu einige Ratschläge und Empfehlungen geben.

Teil I:     Inhaltliche Anforderungen
Teil II:   Optische Anforderungen
Teil III: Technische Anforderungen
Teil IV:  Soziale Anforderungen
Teil V:    Von guten Beispielen lernen

Soziale Anforderungen an eine NGO-Webseite

Teil IV: Soziale Anforderungen

Der Einfluss von Nicht-Regierungsorganisationen beruht unter anderem auf ihrer Mitgliederbasis und dem Grad ihrer Vernetzung in der Zivilgesellschaft. Allein schon aufgrund ihrer gesellschaftlichen Rolle sollte es sich auch bei ihrer Internetseite nicht um eine Einbahnstraße, sondern vielmehr um die Einladung zum Informieren und zum Dialog handeln.

Die Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme sollten wie auch das Impressum mit einem Klick verfügbar sein – als Sub-Navigation ganz oben oder ganz unten auf der Internetseite.

In der Regel gibt es für einzelne Themenfelder einer Organisation Referenten oder persönliche Ansprechpartner (z.B. Fundraising). Diese sollten mit Kontaktdaten auf „ihren“ Unterseiten entsprechend benannt werden. Neben der telefonischen Durchwahl und der persönlichen Emailadresse kann auch das Foto entsprechend abgebildet werden. Damit sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennbar – wer sich an sie wendet weiß, mit wem er oder sie es zu tun hat.

Wer sich über die Aktivitäten einer Organisation auf dem Laufenden halten möchte kann dies mittels regelmäßiger Besuche der Internetseite tun. Serviceorientierter ist das Anbieten von Abonnement-Services wie Newsletter und RSS-Feed. Auf diese Angebote sollte entsprechend hingewiesen werden.

Auf der Internetseite einer Organisation befinden sich zahlreiche inhaltliche Beiträge. Es ist im Sinne des Reichweitenausbaus, wenn Besucher die Inhalte weiterverbreiten. Mittels einiger Teilen-Funktionen von Twitter, Facebook & Co kann das Weiterverbreiten sehr vereinfacht werden

Existieren weitere Profile der Organisation im Internet – in sozialen Netzwerken oder auf Spendenplattformen, so sollten diese von der Internetseite entsprechend verlinkt werden. Die anschließende strategische Entscheidung ist jene nach der Größe der Verlinkung: als kleines Icon für die Kenner, ausgeschrieben und mit Logo oder gar als größere Box mit den letzten Inhalten?

Typische Fehler, die es zu vermeiden gilt:

  • Es existiert nicht mal ein RSS-Feed für die Internetseite der Organisation. Dies liegt vermutlich daran, dass das Content-Management-System veraltet ist oder diesen Service nicht bietet.
  • Der Feed aus einem Social Media Profil wird ausgelesen und beispielsweise die letzten drei Twitter-Nachrichten in der rechten Sidebar dargestellt – aber leider passiert dort seit Wochen nichts mehr.
  • Twitter-Nachrichten werden aus dem Facebook-Stream der Seite generiert, die wiederum automatisch über neue Blogbeiträge der Internetseite entstehen. Wenn dann der Twitter-Feed auf der Internetseite dargestellt wird, macht das herzlich wenig Sinn.
  • Siehe auch „10 Gründe, warum euer Social Media Profil niemanden interessiert!“ – vieles davon ist auf die Internetseite übertragbar.

Gibt es weitere Tipps zu sozialen Anforderungen?
Möchten Sie typische Fehler ergänzen?

Jörg Reschke
Autor Jörg Reschke

Als Experte für Digitale Kommunikationsstrategien und Fundraising berät & schult er in Unternehmen und Nonprofit-Organisationen. Zuvor war er als Chief Marketing Officer bei Enscape (Real-Time Rendering und Virtual Reality für Architekten) bzw. als Chief goood Officer beim sozialen Mobilfunkanbieter goood tätig. Gründete das Institut für Kommunikation in sozialen Medien und die Fachgruppe Digitales Fundraising im Deutschen Fundraising Verband.

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