Kolumne: Social Media Crossposting – Automatisch auf die Nerven gehen

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Es gibt viele soziale Netzwerke, und fast alle haben ihre Berechtigung. Aber was in einem Netzwerk gut ist, hat ist nicht automatisch auch für andere geeignet. Das fängt schon bei der Länge der Texte an. Während Twitter nur 140 Zeichen zulässt, sehen Beiträge auf Facebook bis zu 700 Zeichen lang gut aus. Die Einbindung von Bildern und Links ist komplett unterschiedlich und in der Regel haben die Beiträge ein anderes Publikum.

What happens on Facebook, stays on Facebook

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Warum folgst du uns auf Twitter, geh lieber zu Facebook!

Besonders nervig sind Crosspostings zwischen Facebook und Twitter. Es gibt keinen besseren Grund jemandem auf Twitter zu entfolgen, als automatische Tweets von Facebook. Solch ein Post endet häufig mitten im Satz mit einem fb.me Link zu Facebook. Das alleine ist schon unnötig und kompliziert. Nicht selten muss man sich dann noch bei Facebook anmelden um den ganzen Beitrag zu lesen, oder kann wegen der Privatsphäreeinstellungen gar nicht darauf zugreifen.

Auch umgekehrt sind von Twitter kommende Hashtags und @mentions auf Facebook nur nervig. Während Twitter auf offene Vernetzung von Benutzern setzt kann man mit diesen Möglichkeiten auf Facebook nichts anfangen.

Wenn man keine Ressourcen hat, einfach mal Füße still halten

Wenn man nicht in der Lage ist, mehrere soziale Netzwerke mit ihren eigenen Communities zu bedienen, konzentriert man sich besser auf ein einzelnes. Ansonsten zeigt man den Nutzern im anderen Netzwerk nur, wie wenig Interesse man an einer Interaktion dort hat.

Das bedeutet nicht, dass Inhalte nicht auch auf mehreren Plattformen ausgespielt werden können. Man sollte sich aber überlegen, ob es zur jeweiligen Zielgruppe passt und sich die zwei Minuten Zeit nehmen den Beitrag noch kurz anzupassen. Wird ein Foto z.B. nur auf Instagram hochgeladen erscheint zwar ein Link in anderen Netzwerken, aber um das Foto anzuschauen, muss der Nutzer das Netzwerk verlassen. Hier kann man einfach das Foto nehmen und in jedem Netzwerk einzeln hochladen, wo es die passendste und beste Vorschaumöglichkeit gibt. Zumindest wenn man Reichweite möchte gilt es dem Interessierten Arbeit abzunehmen, auch wenn das ein bisschen mehr Arbeit bedeutet.

Automatisch auf die Nerven gehen

Überhaupt: Wider den Automatismen!

  • Eine Blog-Überschrift ist nicht gleichzeitig ein guter Facebook-/Twitter-/Google+-Post
    Also bitte nicht automatisch jeden neuen Blogpost auch in sozialen Netzwerken veröffentlichen.
  • Ein Instagram-Foto gehört auf Instagram
    Während auf Instagram das Foto im Vordergrund steht und oft für sich alleine spricht braucht es in anderen Netzwerken oft eine ordentliche Beschreibung.
  • Checkins machen Sinn. Auf Foursquare!
    Wenn ich wissen will, wo, wer, wann ist, dann gehe ich auf Foursquare. Aber ich folge niemandem auf Twitter um zu erfahren, dass er jetzt der Bürgermeister vom Bahnhof in Buxtehude ist!
  • Meine Woche auf Twitter: 3 Retweets erhalten, 45 neue Follower, 8 Erwähnungen.
    Who cares!

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen… Die Kurzfassung ist einfach: Nicht alles was geht ist Sinnvoll! Jede Plattform hat eine eigene Community und die verdient es auch als solche behandelt zu werden. Wenn man die selben Inhalte in mehreren Plattformen unterbringen will, kann man das mit Tools wie some.io, die ein Crossposting mit Bearbeitung vor der Veröffentlichung ermöglichen.

6 KOMMENTARE

  1. Mmmh, mache ich da etwas falsch?
    Ich schicke meine Tweets (ohne Antworten und Retweets) zu Facebook. Stimmt, das sieht manchmal komisch aus. Andererseits bekomme ich darauf auch Likes und Kommentare. Das scheinen wohl nicht alle so eng zu sehen.

    Gibt es eigentlich auch Apss oder Programme wo ich für den Tweet entscheiden kann, ob ich Ihn weiterleiten will?

    Gruss,

    Andreas

    PS: Wovon ich dringend abrate ist von Xing auf Facebook oder Twitter weiterzuleiten, das sieht immer schlecht aus.

    • Es gibt ja kein so klares Falsch/Richtig. Ich persönlich finde es nervig, gerade für Nutzer die auch in beiden Netzwerken tätig sind.

      Aber es gibt natürlich unterschiedliche „Nervgrade“. Von Twitter zu Facebook ist sicher weniger nervig als andersrum, weil die Beiträge nicht gekürzt werden. Aber gerade wenn Links in den Tweets sind, sieht man auch auf Facebook „nur“ die URL (vielleicht sogar gekürzt) und nicht eine bearbeitete Vorschau.

      Am schlimmsten sind sicher die automatischen Posts auf deren Antworten dann niemand reagiert, weil die Organisation vergessen hat, dass sie auch noch einen Twitter-Account hat 🙂

      Auf der anderen Seite können Check-Ins z.B. auf foursquare auch auf Twitter ganz interessant sein, wenn ein beschreibender Text dabei ist. Meistens sind sie es halt nicht.

      Es gibt Werkzeuge, wo man einzeln entscheiden kann ob der Tweet auch weitergeht. Gerade viele Handyapps haben so was. Häufig am einfachsten ist es aber meiner Meinung nach einfach Copy/Paste zu nutzen und dann noch mal 30 Sekunden in die Anpassung des Beitrags zu stecken.

      Beste Grüße
      Jona

  2. Da fehlt doch noch ein wichtiger Punkt:
    – Mehrfach den identischen Link mit verschiedenen Begleittexten und URL-Kürzer twittern, damit die Follower es nicht merken und öfters klicken.

    😉

    • Jain. Gerade auf Twitter wo es wenige Mechanismen gibt ältere Posts noch zu featuren und es durch die Retweets eh viele Inhalte gibt über die man mehrfach stolpert, kann das aus Reichweite-Sicht (meiner Meinung nach) manchmal sinnvoll sein 🙂

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