Recap: International Fundraising Congress (IFC) 2015

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Das war der 35. Internationale Fundraising Kongress: das Flagschiff-Event auf dem jedes Jahr powervolle Ideen ausgetauscht werden. Ein HUB wo die besten Köpfe aus der Fundraising-Szene zusammentreffen, um ihr Wissen zu teilen. Und es ist mehr als nur ein Event. Es ist immer wieder eine einzigartige Erfahrung. Ein LAB voll Kollaboration mit Wissensvermittlung und Networking.

Auf dem IFC sind wir Teil von etwas Besonderem. Vordenker und „Change makers“ aus über 60 Ländern knüpfen wichtige Kontakte, tauschen sich aus, bauen Beziehungen auf. Uns alle, fast 1000 Teilnehmer, verbindet: Fundraising und Leidenschaft. Und natürlich auch Change 🙂

IFC 2015

Dankeschön!
Der IFC 2015 hat einen starken Eindruck hinterlassen. In der Summe wurden viele kleine und große Häppchen verteilt und neue Blickwinkel aufgezeigt, die uns im Fundraising-Alltag weiterhelfen werden. Ein grosses Highlight war der emotionsgeladene Global Awards for Fundraising. Hier wurde der Preis für „Innovative Fundraising Campaign“ an ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH / Exit-Deutschland für „Nazis gegen Nazis“ verliehen. Einen großen Dank an die Ressource Alliance für die perfekte Organisation, die guten Referenten, das fantasiereiche Gala-Dinner mit anschliessender Party. Wer sein Tanzbein nicht schwingen wollte, nutzte beim Network-Dinner die Gelegenheit um neue Kontakte zu knüpfen – in feiner Atmosphäre!

 

Learnings, die Teilnehmer mitgenommen haben:

Jirka Wirth

Change (das Motto des IFC) erfolgt nicht über neue Kanäle á la social media, sondern durch bewegende Geschichten á la Alberto Cairo“ Jirka Wirth, Leiter Fundraising, Ärzte ohne Grenzen Deutschland

 

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Floryse de Susanne d’Epinay

„The IFC was great this year as I had very interesting conversations with other fundraisers and attended classes with useful content. It helped giving new ideas to test in my country such as using DRTV channel with a 2-steps donation process or displaying more often short video contents to create a more engaging experience for the future donor.“ Floryse de Susanne d’Epinay, Amnesty International Schweiz.

 

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Jörg Arnold

Agil, einfach, aktiv, ambitioniert, inspirierend, emotional: so muss eine Organisation sich nicht nur darstellen – das muss sie sein und leben, damit Fundraising erfolgreich sein kann.“ Jörg Arnold, Leiter Abteilung Fundraising und Marketing, Caritas Schweiz

 

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Jon Andrea Florin

„Viele neue Ideen – viele neue Gesichter: so mein Eindruck als „Firsttimer“. Nun weiss ich zum Beispiel konkret, wie man beim Donor’s Journey vorgehen kann. Die Methode möchte ich ausprobieren.“ Jon Andrea Florin, SWISSAID, Leiter Information + Fundraising

 

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Alejandro Ortega

„Bis zum IFC 2015 dachte ich immer, dass für Strategieentwicklungen das Leitmotiv «Think outside oft he box» das ultimative Vorgehen war. Nach dem IFC 2015 werde ich mich nun vom «Think inside of the box» leiten lassen, was eigentlich heisst, zuerst wissen und verstehen, was man eigentlich in der eigenen Box so zur Verfügung hat, bevor man ausserhalb schaut…“ Alejandro Ortega, Abteilungsleiter Digital, Printmedien und Branding, Krebsliga Schweiz

 

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Wiebke Doktor

„Der IFC ist eine Inspirations-Tankstelle und ein Knotenpunkt, um sich über Fundraising international auszutauschen.

Mit wird neben den besuchten (meist sehr guten Sessions) und den manchmal überraschenden Gesprächen vor allem die letzte Keynote von Alberto Cairo im Gedächtnis bleiben. Selten, dass jemand so sehr die Anderen zu Helden werden lässt in der eigenen Geschichte und sich so zurücknimmt.“ Wiebke Doktor, Geschäftsführerin bei fundamente – consulting, fundraising, coaching

 

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Holger Menze

Positiv: Auch in diesem Jahr hat der IFC mir durch die oft hervorragenden Speaker und qualitativ hochwertigen Workshops einen weiten Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht. Mein eigentlicher Held war aber Alberto Cairo, der uns alle zu Tränen rührte und für mich so ungefähr die Essenz dessen verkörpert, warum unsere Arbeit so unersetzlich ist. Ganz wunderbar finde ich auch, dass man hier überall und ständig interessante Gespräche mit Fundraisern aller Couleur führen kann. Auf deutschen Veranstaltungen herrscht oft noch eine Grüppchenkultur.

Negativ: Es gab zu viele Sessions, die es schon im Vorjahr gegeben hatte. Das ist dann unfreiwillig komisch, wenn etwa das letztjährige Next Big Thing auch in diesem Jahr immer noch das Next Big Thing ist. Außerdem kann man sich des Gefühls der Gewinnoptimierung seitens der Resource Alliance nur schwer erwehren. So ein Kongress funktioniert nur wegen der Netzwerkgelegenheiten und wenn sogar bei der Gala der Wein schon rationiert wird, hinterlässt das einen sehr faden Beigeschmack.“ Holger Menze, Geschäftsführender Gesellschafter bei FRC Spenden Manufaktur GmbH

 

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Nicolas Danet

„Before arriving to the IFC this year, I reviewed notes from last year – it was impressive to see that some of the things I learnt, I was able to implement. And this year, I made a lot of notes as well 🙂 One of the thoughts I’ll keep in mind for this year, is from Alan Clayton’s session about big ideas and how important it is to break down bold statements into everyday ones, that can give a campaign its rythme. Particularly adapted to Digital!“ Nicolas Danet, Lead Client Services Team, Europe at Change.org

 

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Michael Gotzen

„Der Kontakt mit Fundraisern rund um die Welt ist das Besondere beim IFC. Bei jeder Mahlzeit und beim Kaffee zwischendurch immer wieder mit völlig fremden Menschen sprechen – das ist am Anfang anstrengend, macht dann aber einfach nur Spaß, da alle die gleiche Obsession Fundraising teilen.

Die wichtigsten Anstöße habe ich bei Vorträgen aus Schottland und Brasilien mitgenommen: Alan Clayton hat in  seiner Session „Ideas, and how to use them“ nicht nur vermittelt, wie man Ideen generiert, sonders vor allem, was starke von schwachen Ideen und Kampagnen unterscheidet.

Regina Gerwi und Wim Desmedt haben den Aufbau der F2F-Strategie von UNICEF Brasilien vorgestellt und gezeigt, wie wichtig es ist, sich auf ein Fundraisinginstrument zu konzentrieren, wenn man Außergewöhnliches erreichen will.“ Michael Gotzen, Leitung Online- und Direktmarketing, Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.

 

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Yong-Jong Lee

„Der IFC ist für mich nach wie vor die grösste Plattform zum Networking und Erfahrungsaustausch innerhalb Fundraising-Szene. Da die Schweiz allein schon ca. 10% der Teilnehmer ausmacht, gilt dies nicht nur auf internationaler, aber auch auf nationaler Ebene. Eine Besonderheit hierbei ist die rege Entsendung von Delegierten aus der Westschweiz und der internationalen Organisationen, die man sonst selten auf den nationalen Veranstaltungen trifft. Das relativ neue Format des Swiss-Lunch bietet hierfür einen ungezwungenen Rahmen und die Möglichkeit bei der schieren Masse der Teilnehmer überhaupt erfassen zu können, wer ebenfalls Teil der Schweizer Delegation ist.

Was die Workshops und Vorträge angeht, sollte man allerdings die Anmerkungen zum Schwierigkeitsgrad beachten. Im Zweifel ist es empfehlenswert eher Themen auszuwählen, die dem eigenen Fachgebiet nicht entsprechen. Alternativ sollte man sie eher mit der Erwartungshaltung besuchen, interessante Cases aus anderen Ländern und Kontakte zum Erfahrungsaustausch kennen zu lernen, was auch schon sehr viel Wert ist.

Das grösste Manko der letzten Jahre scheint sich mittlerweile zu legen, da sich dieses Mal ein Generationswechsel bei den Referenten abgezeichnet hat.

Mein persönliches Highlight war die eindrucksvolle und hochemotionale Closing Plenary Speech von Alberto Cairo vom IKRK, welches wieder einmal bewiesen hat, dass die stärksten Geschichten aus dem Feld stammen – authentisch und nicht konstruiert.

Bleibt nur die Frage, ob ich das nächste Jahr wieder am IFC teilnehmen würde? Ja, aber gerne doch!“ Yong-Jong Lee, Online/Digital, one marketing

 

Noch mehr Recap gibt es hier:

Recap: International Fundraising Congress (IFC) 2014 >>

Recap: International Fundraising Congress (IFC) 2012 >>

2016 vormerken:

IFC 2016

 

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    Schöner abwechslungsreicher Recap. Auch das Fundraiser-Magazin war wieder Medienpartner des IFC. Holger, ich teile Deine Meinung, denn auch die Verhandlungen mit der Ressource Alliance werden nicht leichter. Das positive überwiegt aber, wie Wiebke Doktor und Paul Stadelhofer, die für uns vor Ort waren berichten. Hier Wiebkes Recap: http://www.fundraiser-magazin.de/index.php/aktuelle-nachrichten-archiv/recap-ifc-2015-inspiration-change-ideas.html
    Ach eins habt Ihr aber vergessen die beiden Fundraising Awards für „Rechts gegen Rechts“. Das hat das Bild des deutschen Fundraisings ordentlich aufpoliert.

    Viele Grüße

    Matthias Daberstiel

  2. Lieber Matthias
    Danke für dein Feedback. Die Beiträge von Wiebke Doktor und Paul Stadelhofer finde ich sehr gelungen.

    Wiebke Doktor ist nun auch in diesem Beitrag dabei! Danke nochmals an alle Fundraiser, die sich an diesem Recap beteiligt haben!

    Den Fundraising Award für „Rechts gegen Rechts“ habe ich noch nicht erwähnt, da Jan noch einen Recap schreibt, auf den ich warte :). Das Thema füge ich dann hier noch mit ein.
    Lieben Gruss
    Katja

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