Recap: 1. Fundraisingtag der Bremischen und Oldenburgischen Landeskirche 2013

    Letzten Samstag in Delmenhorst. Eine Prämiere im Norden. Und das dann auch noch als Veranstaltung von gleich zwei Landeskirchen: Respekt.

    Vorweg: Hier gibt’s den Nachbericht aus der Oldenburgischen Sicht. Und auch den Flyer kann man sich noch anschauen.

    Der Start im Gemeindehaus. Ganz klassisch mit dem Original-Flair und den Original-Gemeindehauskaffeetassen. Dann weiter in der Stadtkirche, wieder ins Gemeindehaus. Endlich mal Bewegung. Das tat gut. Aber es gab leider auch viele Ausfälle unter den Angemeldeten, sehr zum Leidwesen der Organisatorinnen.

    Petra Detken, Beauftragte für Fundraising der Bremischen Evangelischen Kirche und Einladende vermutete, dass es möglicherweise daran gelegen haben könnte, dass die Veranstaltung selbst für Teilnehmende nichts kostete.

    Start Fundraisingtag Bremen Oldenburg
    In der Delmenhorster Kirche kurz vor Beginn des Fundraisingtags

    Die Fundraisingprojektstelle der Ev. Landeskirche Oldenburg steht aktuell auf dem Prüfstand und hängt von einem kommenden Synodenbeschluss ab. Umso besser, dass trotz des Nichterscheinens von Einigen doch noch so viele Menschen vor Ort waren, nämlich insgesamt um die 80.

    Sechs Workshops standen auf dem Programm. Ganz klassisch und sehr symptomatisch für Landeskirchen, die ihre ersten Schritte machen: von den üblichen Mailing-Infos mit Annette Urban-Engels über EU-Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zu Anlassspenden. Letzteren Input durfte ich geben. Und ebenso undenkbar, dass Lothar Schulz auf einer Veranstaltung dieser Art fehlt. Der große Motivator, der noch jeden Ehrenamtlichen zum Fundraiser-Dasein ermutigt hat. Er erinnerte auch erfahrenere Fundraiser an

    das kleine 1×1:

    • Fundraising fängt zu Hause an.
    • Fundraising braucht ein Budget.
    • Fundraising ist ein systemischer Prozess und braucht Zeit.
    • Fundraising braucht ein Team, klare Aufgaben bei der Verantwortlichkeit sowie
    • klare Trennung von Aufsicht und Geschäftstätigkeit.

    Das Herz ging auf, als er ergänzt, dass es “ohne professionellen Fundraising-Manager auf Kirchenkreis Ebene mit Zuständigkeit für Datenbank und Software nicht gehen wird.” Kommentar darauf aus der Reihe hinter mir: “Wieder eine neue Stelle auf Kirchenkreis Ebene? Nee. Keine Chance.” Auch, wenn dies sicherlich eine flapsige Aussage war, so ist auch hier deutlich, dass Fundraising als neue Kultur des Gebens und des Nehmens beim Start in Landeskirchen eine Menge Zeit und Energie benötigt.

    Back to the Roots eben.

    Und, so Schulz, “wer bei Kirchens Fundraising macht, der druckt als erstes einen Flyer, bevor er sich sinnvolle Gedanken macht.” Auch leider häufig sehr wahr. Es folgten noch Hinweise auf Eifersüchteleien der spendensammelnden kirchlichen Organisationen. Und dass Kirchengemeinden durch das vorhandene Meldewesen die besten Daten der Welt haben, sie aber nicht oder nicht richtig nutzen. Dabei gäbe es doch die kurzen Entscheidungswege und schnelle Reaktionen sowie kostengünstige Werbung wären machbar. “Die Leute sollen sich doch bei uns melden, wenn sie eine Spendenbescheinigung haben wollen” sei eine immer noch zu häufig gelebte Einstellung.

    Aber dennoch, schön war’s. Und anstrengend.

    Und sonst?

    Thomas Kreuzer stellte die Fundraisingstelle der Fundraising-Akademie sowie das Portal fundraising-evangelisch.de vor.
    Melanie Stöhr von der Umweltstiftung Greenpeace gibt einen Einblick in Kirchliches Fundraising aus der Außensicht und fragt, ob die Anwesenden überhaupt ihre Gemeindeglieder kennen. Mal so aus der Sicht der Sinus-Milieustudien.
    Und Bischof Jens Jenssen (für den ich allein schon auf Grund seines Namens meine Sympathie hege. Mal so aus dem Glashaus heraus gesagt.) war auch vor Ort und unterbrach den Tag mit einer kleinen Andacht und seinen theologischen Gedanken zum Thema.

    Zauberfrau
    Mystische Zeichen im Hotel…

    Und der Ort?

    Delmenhorst. Ach Delmenhorst. Der Regener weiß schon, warum er dich besungen hat. Wirklich freundlich hast du mich nicht empfangen. Gut, für die Zugverspätungen konntest du nichts. Und während ich das hier zu tippen begonnen habe, ruckeln wir wenigstens halbwegs pünktlich in Richtung Heimat zurück. Aber für das kaputte WLAN im Hotel vielleicht doch und das Eis an der Eisdiele bei Dir am Marktplatz war mit Verlaub wirklich eines der Schlechtesten der Saison. Beim Frühstücken fühlte ich mich wie bei Shining. Außerdem war ich auch noch klatschnass vom Regen, als ich wieder nach Hause fahren durfte.

    Aber ich will ja nicht nur meckern. Denn das wäre dem Fundraisingtag wirklich nicht gerecht…

    Und wer mag oder wen’s interessiert: Hier gibt es dann noch die bunten Bilder zu dem gesagten im Workshop zum Thema Anlassspenden.

    tl;dr

    Der 1. Fundraisingtag der Ev. Landeskirchen Bremen und Oldenburg war ein schöner und erfolgreicher Tag, der sicherlich den Ehrenamtlichen viele Informationen gegeben und sie motiviert hat. Besonders hervorzuheben ist die gelungene Kooperation der beiden Landeskirchen. Respekt, dass das so gut funktioniert hat. Ein gelungener Startschuss für die weitere Fundraisingarbeit im Norden.

    4 COMMENTS

    1. Ich war auch mit dabei und stoße nun eine Woche nach Erscheinen des Artikels dazu. Ja, er spiegelt das wieder was ich auch denke und bin froh dabei gewesen zu sein und ja, die Organisation war super.

      Kleiner Hinweis: “(…) Und Bischof Jens Jenssen (…)” – tatsächlich heißt er Jan 🙂

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