Recap #DFK15: Popcorn

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    Deutscher Fundraising Kongress Fahne - Maik Meid

    Deutscher Fundraising Kongress 2015: Recap mit Popcorn

    Prolog

    Uhrsleben. Der erste Autohof in Sachsen-Anhalt. Ich musste mit dem Auto fahren, da das ganze Bürogolf Geraffel im Kofferraum war. Von der A2 abgefahren, da sich der Magen meldete. Mein Auto parkt an der Brummistube, die mit „leckeren lokalen Spezialitäten“ wirbt. Eine Frau mit verwaschenem 90er Jahre Coca-Cola T-Shirt grüßt. Auf der Tafel stehen verschiedene Wurstgerichte. Vor mir sind drei Tage andel’s Hotel in Berlin, da kann `ne Bratwurst mit Pommes durchaus eine kulinarische Abfederung darstellen. Ich bestelle bei einer Frau mit HO-Häubchen: „Eine Bratwurst mit Pommes bitte.“
    Sie: „Nee, nur Currywurst.“
    (Wer mich kennt weiß, dass ich sonst sehr -mit Ausnahme in Berlin- der Currywurst zuneige. Aber ich habe mich nicht getraut.)
    Ich: „Äh, nee. Aber wenn Sie doch eine Currywurst machen können, dann können Sie doch auch eine Bratwurst…?“
    Sie: „Nein, nur Currywurst. Oder Bockwurst.“
    Ich: „Ähh….. Ernst? Dann Bockwurst. Mit Pommes.“
    Sie: „Mit Pommes?“
    Ich: „Ja, bitte.“
    Coca-Cola Shirt serviert. Glutamatstäbchen.
    Noch 182km.

    Recap

    Jörg legte vor mit seinem Recap zum Deutschen Fundraising Kongress 2015. Seiner war durchaus inhaltlich. Dieser hier wird es nicht werden. Vermutlich wird es einer der am wenigsten inhaltlichen Recaps der vergangenen Jahre. Das liegt daran, dass der Kongress für mich etwas anders war als sonst. Mit einem kleinen Stand im Ausstellungsbereich sowie einem Seminar und einer Table Session. Da blieb nicht viel für andere Inhalte. Aber der Reihe nach.

    Check-In im Hotel. Ich habe da wenig zu motzen und verstehe auch die Rückmeldungen in diversen Feedback Gruppen nicht. Für mich sind drei Tagel andel’s stets ein Highlight im Jahr. Dieses Mal sogar mit einem kleinen Goodie versehen, dank Gratis-Upgrade auf Grund eines fehlenden Siphons unter dem Waschtisch. Woher ich das mit dem Siphon weiß….?

    Der Kongress begann dieses Jahr wieder mit einem sozialmarketing.de Pre-Event, das in dem nur kurz um die Ecke gelegenen und zum Café Müller umgebauten Wasserturm stattfinden sollte. Es kamen so ungefähr 30 Leute und damit war der Turm auch voll. Neben Ingwer-Zitrone Getränken und kleinen – wie man bei uns sagen würde „Schnittken“ gab’s 5×5 Minuten Kurzinputs zu verschiedenen aktuellen oder weniger aktuellen sehr subjektiv eingeschätzten Dingen zur Steigerung des Fundraiser Wissens. Das war ein schöner Abend, der gegen 23.00 Uhr zu Ende ging und erst Dank des Sponsorings von RaiseNow machbar wurde. Vielen Dank erneut dafür. Ein paar Fotos vom Event gibt’s hier.

    Fundraising Kongress: Erste Bürogolf Versuche
    Erste Bürogolf Versuche im Ausstellungsbereich

    Tag 1: Dienstag

    Der klassische Workshop Tag. Dieses Mal am Dienstag und nicht am Mittwoch, da der ganze Kongress um circa vier Wochen nach hinten und um einen Tag in der Woche gerutscht ist. Der geschätzte Kollege Andreas Ramacher und ich bauten das Bürogolf auf, das wir an den Kongresstagen als wunderbare Option zur Neuspender- Großspender- und Unternehmerfindung und -bindung präsentieren wollten. Dies ganz unspektakulär (mit Ausnahme vielleicht des Sandlochs, das über die Ausstellungstreppe gespielt werden sollte) und nur auf Grund der Tatsache, dass wir das schon mehrfach getan haben und von der Wirkung überzeugt sind. Der erste Tag tat sich da ein wenig schwer, was aber auch nicht weiter schlimm war, denn erst am 2. Tag sollte es damit losgehen. Besonders gut war die direkte und unmittelbare Nachbarschaft zu Nico und Stefan von Altruja mit den „Never Change a Working System“-Massagesesseln.

    Strategisch richtig und gut gewählt war dann, dass die Mitgliederversammlung des Deutschen Fundraising Verbands bereits an diesem Nachmittag stattfinden sollte. Diese scheint sehr harmomisch gelaufen zu sein, was bislang ja eher nicht so häufig der Fall war. Die Ergebnisse werden sich auf den DFRV-Seiten nachlesen lassen.

    Das Abendessen. Grund genug für einen eigenen Blogtext. Aus meiner Sicht war es ausgezeichnet. Bis auf diese kleinen billardkugelähnlichen Kartoffelknödelchen oder wie man bei uns hier so sacht „Gnottschies“. Für andere wiederum waren gerade die der besondere Höhepunkt des Abends. How ever.

    So lange Menschen über’s Essen und den Kaffee motzen, dann gibt’s keine echten Probleme.
    Stimmt, aber der Kaffee in der Ausstellung?!?!?!

    Die abendliche Eröffnung dieses Mal nicht unten im Convention Bereich sondern im großen Konferenzsaal. Als Highlight angekündigt konfrontierten sich einige bekannte Menschen aus dieser unserer Szene und warfen sich gegenseitig Intransparenz und falsche Bewertungen an die Köpfe. Auch wenn ich zunächst interessiert gelauscht habe, so kamen mir die Argumente doch wieder bekannt vor. Aus meiner Sicht tut sich hier nur wenig. Das DZI ist kritikresistent, Phineo platziert sich weiter am Markt, wird weiter Rankings aufstellen. Weil sie es können und Bertelsmann dahinter steckt. Und der DFRV versucht weiterhin aus der Fundraising Filterblase heraus, die Diskussion wahlweise zu befeuern oder zu erden und politisch aufzuklären. Und nun gibt’s dann noch das neue Ethik Siegel des Verbands. Ich bin gespannt, wie viele Organisationen dieses zum kommenden Kongress eingeführt haben oder nutzen werden. Wetten nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.

    Während dieser Veranstaltung wurde dann auch deutlich, dass die Anzahl der twitternden Menschen auch dieses Jahr keine Höchstwerte erreichen wird. Schade. Dazu wird es noch eine Auswertung von caretelligence geben.

    Die „Empfänge“

    Ebenfalls traditionell und nicht wegzudenken auch dieses Jahr die im Programm als „Empfänge“ ausgewiesenen Veranstaltungen und (W)einladungen. Für manche lediglich das Vorgeplänkel, um endlich in die 14. Etage zu dürfen. Für andere aber auch das alljährliche Treffen am Fundraising Akademie Stand inkl. der kurzen Eröffnungsrede des Direktors. Prost! Ich habe das Gefühl, das werden jedes Jahr immer mehr Menschen, Alumni und Interessierte.

    In eben jeder 14. Etage machten Kollegin Wiebke Doktor und ich dann auch noch unsere vermutlich über die kommenden Jahre als Running Gag von nun an festgelegte Erfahrung. Aber über die sollte geschwiegen werden… Schätzelein.

    Tag 2: No balls.

    Mir sind ja Menschen suspekt, die sofort im 1. Satz nach dem Kennenlernen bemerken, in welchen Trillionen-Dollar-Bereichen sie so raisen. So geschehen direkt nach Start des Ausstellungsbereichs. Muss man nicht haben. Bürogolf an sich mussten aber viele der Besucherinnen und Besucher anscheinend auch nicht haben, denn die Seminare zogen naturgemäß viel stärker als eine Runde durch den Fünf-Loch Parcours. Dennoch spielten ein paar Einzelne und wissen nun, was das Ganze sollte. Ein völliger Flop war es also nicht.

    Mit Kunst ist es schwer, mich zu begeistern. Aber die auf dem #dfk15 gestartete Aktion hat mich schon bewegt. Unter dem Motto „Gier frisst Verantwortung“ zeigte Künstler Ralf Kopp verschiedene Dimensionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf. Sehr bildhaft. Schaut mal hier und lest euch ein.

    Persönlich war ich an diesem Tag im höchstsportlichen Einsatz. Erst Bürogolf, dann der erste 90-Minüter zum Thema „10 Fakten, wie Sie durch Medien-Monitoring Ihre Organisation und Ihr Fundraising optimieren können.“ Es blieben alle Zuhörenden bis zum Ende. Und das ist ja ein gutes Zeichen, dass es nicht ganz so schlecht gewesen sein muss. Direkt nach dem Ende startete auch schon meine Table-Session mit Blogs, Newsletter und Websites rund um’s Fundraising. Nach 2,5 Stunden Durchblubbern war dann erst mal Schluss.

    Gala-Abend

    Auch ein Klassiker ist der Gala Abend am Ende des zweiten Tags, inkl. der Verleihung des Deutschen Fundraising Preises. Diese gingen 2015 an Pfarrer Franz Meurer (für die herausragende Fundraising Persönlichkeit). Er erhielt Standing Ovations für seine persönliche Art und die Dinge, die er anpackt und wie er sie sagt. Kollegin Friederike Hofmann war besonders gerührt, durfte sie doch dem Pfarrer den Preis in die Hand drücken, der sie vor acht Jahren verheiratet hat.

    Eher intransparent blieb die Entscheidung für Dr. Martina Klein vom Klinikum Dortmund für die Kampagne rund um die Realisation eines Kinder-MRT. Bereits nach einer ähnlichen Entscheidung vor zwei Jahren löste diese im Nachklapp noch einen Rant aus und wurde diskutiert. Ich lass das mal so stehen. Aber als Ruhri, der während der Aktionszeit auch selber noch in Dortmund geraist hat kann ich einfach keine Kampagne entdecken. Vielmehr eine nicht nachhaltige Aneinanderreihung von Instrumenten. Ups, jetzt hab ich’s doch geschrieben…. Aber mehr wirklich nicht.

    Highlight war aber dann doch noch der Sonderpreis an Exit Deutschland für den unfreiwilligsten Spendenlauf in Wunsiedel. Der sollte nicht an euch vorbei gegangen sein und wurde ebenfalls großartig gefeiert. Und da wird auch noch mehr kommen, planen die Macher gerade eine Skalierbarkeit. Hier wird also auch noch drüber zu sprechen sein.

    Blumenkinder gab’s auch, lecker Essen und Nachtisch inklusive.

    Ich selbst habe den Abend am Fundraising Akademie Tisch verbringen dürfen, ebenfalls recht spektakulär. Unser Highlight: Als Sitznachbar Patrick Tapp „mal eben“ für 550,- Euro den Zuschlag für ein auf der Bühne versteigertes Buch erhält und 50,- Euro draufpackt, wenn die versprochene Unterschrift der Kanzlerin nicht noch nachgeholt wird. Epic!

    Die 14. Etage war dieses Jahr wohl auf den Ansturm nicht so vorbereitet, einige Kollegas flogen zu früh raus und sowieso verzog sich alles ein wenig zeitmäßig. Egal. Denn alles in allem war dies der harmonischste Gala Abend seit Jahren. Igitt.

    Tag 3: Die Kugel rollt… doch noch…

    Der dritte Tag eröffnet verfahrenserprobt meist etwas ruhiger. Abhängig von der Höhe der Rechnung in der 14. Etage oder dem Vertragsende von DJ Stefan. Andreas und ich konnten den Bürogolfpreis ausspielen. Gewonnen hat Kollege Andreas Berg (kurz vor DFRV-Geschäftsführer Arne Peper mit einem Schlag weniger), der diesen an seinen langjährigen Kunden missio in Aachen weitergeleitet hat. Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich sehr auf das Turnier vor Ort. Ihr werdet davon lesen. Die Siegerehrung dafür sah allerdings leicht gefaked aus, was sie definitiv nicht war. Denn zum einen war das schon komisch, dass ich Andreas den Preis übergeben habe, obwohl wir schon länger was beruflich „mit einander haben“ und zum anderen blieb ich zu dieser Siegerehrung nämlich gleich stehen, weil eine freundliche Glücksfee gerade meine Visitenkarte aus der Losbox gezogen hat und ich somit beim #DFK16 ein Freiticket im Koffer habe. Wie schön. Ganz herzlichen Dank dafür! Freu mich sehr darüber!

    Deutscher Fundraising Kongress: Bürogolf Jan Uekermann
    Jan Uekermann versucht sich am Bürogolf

    Das war der Kongress.

    Fazit: Schreibe ich das jetzt wirklich?

    Schreibe ich das jetzt wirklich? So als Berufskritiker und Grantler? Ja, ich schreibe das: Das war der harmonischste und beste Kongress seit Langem. Echt. Und auf Anmelderekorde verweise ich jetzt erst mal gar nicht. Einige Dinge haben sich imho bereits jetzt bewährt, zum Beispiel die Verschiebung der Mitgliederversammlung. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich das hier mal schreibe, aber lieber DFRV und liebe Kaiserwetters und WOKs, das war wirklich gut. Lass ich jetzt mal so stehen und drücke einfach auf Veröffentlichen.

    Epilog

    Hannover ist schön. Oder zumindest das Umland. Bei superschönem Himmel siehts um 21.30 Uhr und nach über 400km kurz vor dem Sonnenuntergang zwischen Ostermunzel (sic!) und Wasweißich wirklich nett aus. Woher ich das weiß? Ein angeblicher Stau auf der A2 und die digitale Beifahrerin meinte, dieser Weg sei der Sinnvollere. War er nicht. Man sollte einfach nicht auf die Dinger hören. Kaffee alle, Schoki auch, keine Tanke für die Aufnahme von Nervennahrung in Sicht. Danke Jona für die tollen neuen Podcast Tipps. Zwei Folgen Leitmotiv gingen schon drauf. Perfekt. Noch zwei Stunden, dann bin ich zu Hause. Was macht man nicht alles für den #dfk15. Nächstes Jahr wieder Zug.

    Obwohl… Wait…

    Nacht zusammen!

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