Recap #4: Ein Kongress mit viel Potential

    Der Deutsche Fundraising Kongress ist abgeschlossen. Mit drei Tagen, mehreren hundert TeilnehmerInnen aus der ganzen Branche, zahlreichen inhaltlichen Workshops und Seminaren, einer Gala, sieben Fundraising-Preisen und der legendäre Skybar hatten wir eine schöne Zeit.

    Für mich war es die sechste Teilnahme am Kongress. Somit war mir vieles schon bekannt und gewohnt. Ich würde sagen, dass die vielen Wiedergänger einiges für selbstverständlich halten, was es eigentlich nicht ist: Die Vorabinformation zum Kongress, die Updates seitens der Veranstalter, der reibungslose organisatorische Ablauf, die Verfügbarkeit von Kaffee (ja, Kaffee!), Getränken und den Buffets mitten in der Ausstellerfläche. Nein, das ist nicht selbstvertändlich: Vielen Dank an den Deutschen Fundraising Verband und die Agenturen Kaiserwetter und WOK.

    Und ja, wenn zu den Nuancen der Fundraising Kongresse die Qualität des Kaffees gehört, dann meckern wir auf hohem Niveau. Tatsächlich war das Programm weitgehend vielfältig und für fast jede Fundraising-Nische etwas dabei.

    Gleichwohl, auch beim Programm gibt es Verbesserungsbedarf. Dies betrifft einerseits die Formate – die Durchtaktung in 90-Minuten Sessions ist auf Dauer ermüdend. Spätestens am Nachmittag ist die Luft raus und das aufgrund der schlechten Raumluft auch im wortwörtlichen Sinne. Das neue Voting-Verfahren im Vorfeld hat leider ähnliche Themen mehrfach gut bewertet…

    Mein persönliches Highlight war ganz klar unsere sozialmarketing.de-Show zu digitalen Fundraising-Trends. Es war das erste mal seit langem, dass ich wieder aufgeregt vor einem Vortrag war. Unser Konzept erschien uns in dem Kontext des Kongresses etwas gewagt, aber letzlich ist es voll aufgegangen. Die Aufzeichung gibt es bei uns auf Facebook und im Blog zu sehen.

    Einen Tiefpunkt gab es leider auch und das war – leider wie erwartet – die Gala am Abend. Die Verleihung von Preisen an bereits im Vorfeld bekannte Preisträger ließ jede Spannung vermissen. Die Laudatios waren ungeeignet um Stimmung aufkommen zu lassen oder zu begeistern.

    So, und jetzt lasst uns nach vorne schauen. Der nächste Fundraising Kongress findet Anfang Mai 2017 in Kassel statt. Mit dem neuen Ort können auch ganz neue Impulse gesetzt werden. Hier ein paar Angebote und Vorschläge, wie das gelingen könnte:

    • Die bekannten Moderatoren-Gesichter der Vorjahre haben sich nicht wesentlich verbessert. Jetzt traut euch was und setzt den Jan Uekermann als Moderator ein. Das ist ein ganz anderer Stil, aber genau das braucht es auch.
    • Ton- und Lichttechnik sind in den Räumlichkeiten immer vorhanden. Warum bloß werden die Potentiale kaum ausgenutzt? Mit Effekten lässt sich so viel mehr Stimmung kreieren!
    • Die Fundraisingpreise sollen wieder Spannung erzeugen. Den Lebenspreis oder einen Sonderpreis (ich erinnere an Exit Deutschland) kann man gerne im Vorfeld verkünden – aber den Rest bitte nicht! Wir wollen mitfiebern, wetten abschließen und mehr tolle Einreichungen kennenlernen.
    • In Sachen Formate geht das Lernen weiter. Die zwei Big Sessions als Abwechslung zwischen den 90-Minuten-Seminaren waren nicht genug Aktivierung. Seminare lassen sich auch in 60 Minuten umsetzen. Dazwischen wäre wieder etwas Luft für Austausch (z.B. Table Sessions). Das Show-Format von sozialmarketing.de würde ich gerne im Lightning-Format fortsetzen: Mehrere kurze Impulse zu Trends. Nächstes Jahr dann zwischen Vor- und Hauptspeise auf der Gala?

    Im Podcast habe ich dem diesjährigen Kongress nur eine 3,5 auf einer Skala von 1 bis 5 gegeben. Ich habe den Kongress als eher durchschnittlich empfunden. Mit Ausnahme der Gala nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Es lohnt sich nächstes Jahr wiederzukommen!

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