Recap #4: Deutscher Fundraising Kongress 2014

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    Ein glanzloser Auftakt

    Vor wenigen Tagen fand im andel’s Hotel Berlin der 21. Deutsche Fundraising Kongress statt. Das Pflichttreffen der Fundraisingszene begann jedoch nicht nur lustlos, sondern auch ohne große Worte. Wäre da nicht die Ankündigung des HAPPY-Kongressvideos gewesen (Hier geht es übrigens zum fertigen HAPPY-Video.), hätte man die anwesenden Teilnehmer gänzlich ins Leere entlassen. Die entscheidenden Keynotes fielen auch an den anderen Kongresstagen aus oder wurden Not besetzt (dazu später noch mehr).

    Eine Gala – nur für die Gewinner

    Umso mehr freuten sich die Kongressteilnehmer auf den Galaabend. Die Moderation durch Robert Skuppin (RBB) war auflockernd und erheiternd zugleich: „Später Hardrock, jetzt Buntrock“. Die gute Stimmung kippte allerdings, als Ute Ohoven, Sonderbotschafterin für das Programm Bildung für Kinder in Not der UNESCO, auftrat. Der mitgebrachte Videoeinspieler wurde genauso kritisiert wie die profan formulierten Tipps an uns Fundraiser. Wer fortan weiter gut unterhalten sein wollte, musste deshalb den Tweets unter dem Hashtag #dfk14 folgen (Dies ist nur eine kleine harmlose Auswahl der abendlichen Kommentare.).
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    Strahlende Gesichter gab es dann immerhin wieder bei der Preisverleihung. Gekürt wurden die Seenotretter (Beste Kampagne), Islamic Relief (Beste Innovation) und Susanne Anger (Besondere Verdienste). Herzlichen Glückwunsch!

    Verleihung des Deutschen Fundraising Preis

    Wahrhafte Höhepunkte im Programm

    Der Kongressdokumentation auf Twitter konnte man entnehmen, dass es viele gute Programmbeiträge gab, vor allem zum Bereich „Psychologie des Spenders“. Für mich persönlich startete der Kongress am Mittwoch mit einem überzeugenden Workshop zur Gegenwart und Zukunft des Deutschen Fundraising Verbandes. Die Moderatoren Tom Neukirchen, Jörg Eisfeld-Reschke und Susanne Reuter verstanden es, über 50 Teilnehmer zu konstruktivem Dialog und vielfältigen Ideen zu führen, die nun weiterentwickelt und voller Engagement umgesetzt werden müssen. Fachlich neuen Input gab es im Seminar „Storytelling mit Social Media“ von Maike Gosch. NPO-Geschichten sollen Erlebnisse schaffen. Sie eröffnen den Lesern neue Welten und lassen sie gleichzeitig darin wiedererkennen und lernen. Garniert mit vielen Beispielen, wie dem erfolgreichen Facebook-Auftritt Humans of New York gab sie den Teilnehmern viel Inspiration, ihre Arbeit in spannende Geschichten zu verpacken. Gut fand ich schließlich auch ihren Hinweis, dass NPOs nicht immer eigene Geschichten produzieren müssen, sondern auch einmal die der anderen verbreiten können. Gerade damit tun sich gemeinnützige Organisationen eher schwer.
    Ein weiterer Höhepunkt war die Keynote von Gerhard Wallmeyer, der den Vortrag von Staatssekretär Gerd Billen ersetzte. Unter dem Thema „Gefühlswelten der SpenderInnen im Wandel“ gewährte er den Anwesenden seltene Einblicke in die Fundraisingaktivitäten bei Greenpeace. Seine Empfehlung: Testen und sich als NPO die Methoden der Meinungsforschung zu eigen machen. Von ähnlichen Erfahrungen wusste auch Till Mletzko, Wikimedia Deutschland, zu berichten. Mittels zahlreicher, im Netz nachzulesender Tests konnten sie den Spendenbanner zur Unterstützung der Wikipedia Online-Enzyklopädie erfolgreich weiterentwickeln.

    Auf die Sponsoring/Aussteller-Beiträge kann man oftmals verzichten. Stattdessen wünscht man sich hier zukünftig eine klare Kennzeichnung und Bündelung solcher Seminare in Sponsoring-Blöcke.

    Ein persönliches Fazit

    Für das Wiedersehen alter und Kennenlernen neuer Kollegen hat sich die Teilnahme an Kongress auf jeden Fall gelohnt. Das Netzwerken ist auch für viele Fundraiser das Wichtigste am Kongress. Das Drumherum ist an vielen Stellen verbesserungsfähig. So könnte man 2015 auch wieder eine Twitterwall aufstellen und vielen neuen Referenten die Bühne freigegeben. Diese Einladung sprach auch Arne Peper am Ende des Kongresses aus. In diesem Sinne, und auch vor dem Hintergrund des neu gewählten Vorstandes, darf man nächstes Jahr sicher die ein oder andere Veränderung erwarten.

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