sozialmarketing.de präsentiert auch im neuen Jahr das Pluragraph-Ranking der größten Organisationen in den sozialen Medien.
Erfolgreichster Neueinsteiger in der Liste der 20 Social-Media-Stärksten Organisationen ist der SOS-Kinderdorf e.V. auf Platz 15. Das Wachstum geht einher mit der Wunscherfüller-Kampagne der Organisation welche neben bundesweiten Plakataushängen auch viele Online-Aktionen enthielt. Profitieren konnte davon auch die Partnerorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit.
Durch kontinuierliche starkes Wachstum hat PETA Deutschland Greenpeace und den WWF mittlerweile hinter sich gelassen und steht im neuen Jahr auf Platz 3 des Rankings. Auch die Interaktionsrate ist auf der Facebook-Seite von PETA deutlich höher.
Zulegen können auch die Vogelfreunde des NABU mit der Stunde der Wintervögel am ersten Wochenende im Januar.
Ärzte ohne Grenzen nähern sich den TOP 10 mit ihrer Aktion “40 Jahre – 40.000 Fans: Mein Profil für MSF”. Bis Ende des Jahres konnten Facebook-Nutzer ihr Profil an die Organisation ausleihen, welche für einen Tag über ihre Arbeit geschrieben hat. Das Ziel wurde eine Woche vor Ende der Aktion erreicht.
Zum Ende des Jahres konnte dann der Chaos Computer Club zulegen. Zwischen Weihnachten und Silvester wird traditionell der Chaos Communication Congress organisiert, welcher viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Interessant ist dabei, dass sich der CCC komplett auf Twitter fokussiert.
Verluste muss dagegen die Aktion Deine Stimme gegen Armut hinnehmen. Zur Zeit gibt es nahezu keine Interaktionen auf dem Facebook Profil mehr. Auch das Facebook-Spiel SuperActivist hat nahezu keine neuen Unterstützer gebracht. Erfolgreicher war da schon die Aktionswoche im September letzten Jahres mit 1.500 neue Fans. Hier wird es spannend zu beobachten wie sich die Aktion in 2012 neu aufstellt.
Fast alle Organisationen mit Profilen in den VZ-Netzwerken wie studiVZ oder schuelerVZ musste hier Federn lassen. Eine tiefere Analyse dieser Netzwerke für Nonprofit-Organisationen findet sich im Pluragraph-Blog.
Ein überraschender Neueinstieg auf Platz 23 ist der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. Eigentlich keine klassische NGO zieht der Zentralverband 27.000 Fans an, die sich eine Zukunft backen wollen.
Rückblickend auf das Jahr 2011 fällt auf, dass die deutschen Organisationen in sozialen Medien klar dominieren. Die größte Schweizer Organisation der WWF Schweiz findet sich im gemeinsamen Ranking aller deutschsprachigen Organisationen auf Platz 32. Aus Österreich kommen Vier Pfoten auf Platz 20, mit einem gemeinsamen Profil für den ganzen deutschsprachigen Raum. Erst auf Platz 34 findet sich das Österreichische Rotes Kreuz als erste Organisation mit Fokus auf Österreich.
Ist Ihnen eine Kampagne oder Organisation in den sozialen Medien im letzten Monat besonders aufgefallen? Wir freuen uns sehr über Ihre Anmerkungen.
Jona Hölderle
Wohnt in Berlin, ist Verwaltungswissenschaftler (Dipl.) und Naturschützer (nur so). Weil er Organisationen mag, will er sie gestalten und verändern. Dies tut er mit Schwerpunkt auf Social-Media-Strategien und Online-Fundraising als Pluralog.
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9 Kommentare auf Pluragraph – Social-Media-TOP-20 für den Januar 2012
Danke für die Liste und die Erläuterungen dazu.
Sehe ich das richtig, dass die Follower-/Fan-Zahl, das einzige Kriterium der Messung ist (nebst einem kleinen Korrekturwert für Profilbesitz)?
Gruss
Christian }:0)
Ja, es werden nur die addierten Zahlen der Twitter, Facebook, Google Plus, studiVZ-Profile verwendet. Alles andere ist über verschiedene Netzwerke nur schwierig zu vergleichen. Schöne Grüße Jona
Lieber Jona, das ist das mit Abstand schlechteste “Rating”, das vorgibt, eines zu sein, und das ich bislang gesehen habe. Wenn du die absoluten Fan/Follower-Zahlen als Vergleichsbasis hernimmst, ist das sowas von 2008! Nichts leichter, als diese Zahlen zu manipulieren und binnen weniger Tage um Zigtausende zu vermehren. Aber was soll das bringen? Es geht um Interaktionsraten, Aktivitäten, starke Communities. Aber offenbar ist man bei “Sozialmarketing.de” und bei “Pluralog” anderer Auffassung. Spricht nicht unbedingt dafür, dass ihr im Jahr 2012 angekommen seid… Gruss Clemens
Lieber Clemens,
ich stimme vollkommen mit dir überein, dass “Interaktionsraten, Aktivitäten, starke Communities” wichtiger sind als die reinen Followerzahlen. Deshalb kann so ein Ranking immer nur ein erster Schritt sein sich tiefer damit zu beschäftigen.
Jede mir bekannte Form verschiedene Social-Media-Plattformen in der Summe (1.700 NGOs) qualitativ zu vergleichen ist jedoch noch weniger Aussagefähig. Erst recht, wenn es sich nur um eine Momentaufnahme handelt. Dort müssen Probleme gelöst werden, die zur Zeit kein kostenlos zugängliches Tool bieten kann. Würde mich freuen, wenn es so was in 2012 gibt. Bisher gibt es so etwas nicht. Ich habe mich mal an einen “Algorithmus” dafür gemacht, der zur Zeit zu kompliziert zum umsetzen ist. Aber auch dann muss man jeweils die vier Faktoren Aktivität, Zustimmung, Interaktion und Reichweite einzeln betrachten.
Eine perfekte Ranking-Bewertung lässt sich schwer erreichen, da sie immer abhängig von den Zielen ist, die eine Organisation damit hat. Natürlich kann eine kleine regionale NGO viel erfolgreicher sein, wenn sie ihre 500 Mitglieder als eigene Community an sich bindet als der WWF mit 70.000 Fans. Aber vergleichbar ist das nicht.
Durch den Verlauf der Daten und die Wachstumswerte lässt sich aber erkennen, welche Organisationen gerade in Bewegung sind und bei welchen es wenig Neues gibt. Bei diesen (wie bei allen im Text erwähnten Organisationen geschehen) lohnt sich dann ein Blick auf die einzelnen Profile. Sozusagen eine händische qualitative Auswertung.
Schöne Grüße
Jona
Sry, muss widersprechen:
…Verlauf der Daten und die Wachstumswerte lässt sich aber erkennen, welche Organisationen gerade in Bewegung sind…
Eben nicht: Wachstumswerte sind wieder nur absolute Zahlen, diese lassen sich auf allen SM-Plattformen durch Werbung im positiven Fall oder durch Manipulation im negativen beeinflussen, ich selbst musste dies schmerzlich erfahren, hier nachzulesen: Mit Sklaven zum Erfolg – oder: Gute Freunde kann man nicht kaufen. Case Study von World Vision Schweiz. Ratings brauchen mehr als solche Zahlen, vgl. etwa die IDEAS-Aidrating-Studien. Sry, für Social Media gelten wohl andere als die herkömmlichen Messmethoden und Messgrössen…
Schon klar. Ich war noch am selben Tag bei euch auf der Plattform, weil mich das Wachstum verwundert hat. Aber durch Werbung kann man auch die Interaktions- und Aktivitätsraten hochtreiben. Und in eurem Fall ging die Interaktionsrate rapide bergab, weil sie in Relation zu den Fans herunterging.
Man könnte jetzt aufwändig “Aktive Fans” zählen um das zu umgehen, aber das wird nicht jeder Organisation gerecht.
Deshalb ist das hier auch “nur” ein Ranking, kein Rating. Klar lassen sich geile Analysen machen. Aber eben nur sehr aufwändig und nahezu unmöglich dauerhaft in Echtzeit für diese Menge an Organisationen.
Ich stimme mit dir überein, wäre cool, ist aber nicht das Ziel dieses Rankings.
Schöne Grüße
Jona
Ich habe den Eindruck, dass ihr von unterschiedlichen Nutzungsperspektiven ausgeht. Für mich ist Pluragraph ein super Instrument um Umfeldbetrachtungen vorzunehmen und Anlässe zu identifizieren sich einzelne NGOs bzw. deren Accounts detaillierter zu betrachten. Pluragraph ist dafür mein Seismograph. Ich gebe Clemens aber auch recht, dass die Auswertung in Pluragraph eine Einzelbewertung von Organisationen nicht abschließend darlegen kann, dafür braucht es weitere Kennzahlen.
All in all: Pluragraph ist mir bei der Trenderkennung eine gute Ressource – die Fallarbeit und Nachfragen muss ich dann aber noch selber tun oder auf Eure Blogbeiträge dazu warten.
Ausgehend von Eurem Januar-Ranking kamen wir kürzlich in einem Gespräch ebenfalls auf den Punkt, dass die FB-Fan-Zahl nicht für seriöses Ranking taugt. Ich frage mich, ob es besser wäre, auch den Wert “X Leute sprechen darüber” aufzuführen oder – noch besser – einen Quotienten mit der Fanzahl zu bilden? Ich meine, gelesen zu haben, dass das Auslesen des Wertes möglich ist.
Hallo Uli, wir erfassen den “Sprechen darüber”-Wert schon, zeigen ihn aus zwei Gründen aber (noch) nicht an.
Zum einen will Pluragraph kein reines Facebook-Ranking sein, damit wird die Vergleichbarkeit aber sehr schwierig. Wie oben beschrieben haben wir da mal einen Testalgorithmus gebastelt. Aber das ist für ein kostenloses Tool zu aufwändig.
Zum anderen ist der Wert extrem schwankend. Jedes Ranking was die Fanzahlen nicht mit reinnimmt verändert sich von Woche zu Woche extrem stark. So hat “Deine Stimme gegen Armut” zur Zeit zum Beispiel 355 Reden darüber bei 27,780 Fans, die Seenotretter sind bei 500 bei nicht mal 7.000 Fans. Das sagt natürlich aus, dass sie gerade mehr Interaktion haben. Aber “Deine Stimme gegen Armut” hat trotzdem ein anderes aktivierbares Potential.
Wir überlegen aber den aktuellen Wert oder einen Monatsdurchschnittswert im MouseOver aufzunehmen. Ich sehe die einzige Möglichkeit eines qualitativen Rankings darin die aktiven Fans zu berechnen. Aber das ist eine unverhältnismäßige Datensammlung, weil man jeden Fan nachverfolgen müsste.
Deshalb würde ich das Ranking einfach als das nehmen was es ist. Ein Vergleich von Fan- und Followerzahlen der einen einen Einblick in das Wachstum der Organisationen gibt.
Schöne Grüße
Jona