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In den “nächsten Wochen” macht Facebook die neue Chronik / Timeline zur Pflicht für alle Facebook-Nutzer. Damit werden innerhalb kurzer Zeit 22 Millionen deutsche Nutzer umgestellt, auch wenn es schon länger für jeden Möglich ist, diesen Schritt freiwillig zu unternehmen. Für Organisationen, die in der Regel Facebook-Seiten oder Gruppen verwenden ändert sich auf den ersten Blick erst einmal nichts. Auf den zweiten Blick gibt es aber eine Reihe von Änderungen und neuen Möglichkeiten auch für Nonprofit-Organisationen.

1. Die Profile werden attraktiver

Die Profile werden attraktiver. In den letzten Jahren hat sich die Aufmerksamkeit immer weiter zu Gunsten des Streams auf der Übersichtsseite verschoben. Nur noch wenige Menschen sind auf die Profile ihrer Freunde gegangen um mitzubekommen, was diese gerade machen. Die meisten Nutzer haben die Statusmeldungen direkt – und von Facebook vorsortiert – nach dem Log-in gelesen. Wenn sich die Nutzer an die neue Chronik gewöhnt haben und diese nicht mehr als allzu unübersichtlich empfinden, könnte sich dieser Trend abschwächen. Die viel individueller gestaltbaren Profile gewinnen an Attraktivität!

Fake-Profile

Fake-Profil der Israel Anti-Drug Authority gegen Drogen.

Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten bei den Profilen bieten auch mehr Spielraum für kreative Aktionen. So könnten wir in Zukunft mehr Fake-Profile von gemeinnützigen Organisationen zu Gesicht bekommen. Ein erstes Beispiel gab bereits Ende letzten Jahres die Israel Anti-Drug Authority mit ihrem geteilten Profil, welches einmal ein Jahr mit, einmal ein Jahr ohne Drogen zeigte. Das Profil ist mittlerweile gelöscht, aber PAGE hat noch einen längeren Screenshot veröffentlicht. Viele schöne Einsatzmöglichkeiten kreativen Storytellings oder von Geschichtsvermittlung sind möglich. Allerdings muss man darauf achten, dass Profile von nicht-existierenden Personen gegen die Facebook-Richtlinien verstoßen und gelöscht werden können. Facebook ist hier bisher nicht sehr strikt vorgegangen, aber je erfolgreicher ein Profil wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch bei Facebook nicht unerkannt bleibt.

Profilbilder von Organisationen

Fan-Badges bei denen Profilbildern ein Button angesteckt wird, waren von Beginn an eine beliebte Möglichkeit um seine Solidarität mit oder seine Zugehörigkeit zu einer Sache zu zeigen. Mit den großen Bildern in der neuen Chronik gibt es nun die Möglichkeit ein Profil mit dem Branding der eigenen Organisation zu versehen. Die Bilder benötigen hierfür die Maßen von 850 x 315 Pixeln. Benutzer können somit beeindruckende Bilder schnell zu einer großen Reichweite verhelfen ohne ihr eigenes Gesicht dafür hergeben zu müssen.

NABU-Profilbild neue Chonik

Für das Facebook-Profil des NABU-Projekte "Willkommen Wolf" bietet die Organisation den Wolf-Fans Profilbilder für die neue Chronik zum kostenlosen Download.

2. Neue APPs auch für Organisationen

Die neuen Einstellungen, was Nutzer der Causes-App alles erlauben.

Neue zusätzlich installierbare Programme (Apps) können Aktionen außerhalb von Facebook auch in Facebook-Profilen und dem Stream auf der Facebook-Hauptseite erscheinen. Dies kann von einfachen “Ich habe gespendet”-Meldungen bis hin zu komplexeren Spielen und Aktionen reichen. Wann immer eine nennenswerte Aktion im Internet oder auf einem Smartphone ausgeführt wird, lässt sich diese auch auf Facebook abbilden, wenn der Benutzer dem vorher zugestimmt hat. Begonnen hat damit schon einmal Causes, die größte externe Anwendung für Nonprofits auf Facebook. Hier kann man nicht mehr nur Freunde einladen auch an einer Petition teilzunehmen oder zu spenden, sondern live bloggen, was man gemacht hat.

Für viele Nutzer sind diese neuen Funktionen sicherlich nicht nur hilfreich, sondern zwingen sie dazu herauszufinden, wo sie ihre Grenzen gegenüber einen Netzwerk setzten, welches es ermöglicht alles mit allen zu teilen. Es bleibt abzuwarten, ob sich aus dem Wust neuer Möglichkeiten ein paar Funktionen herausschälen, welche innovativ sind und einen wirklichen Mehrwert für Organisationen und Nutzer bieten.

3. Ein Schritt hin zu einem neuen Layout der Seiten?

Bisher hat Facebook Änderungen an den Personenprofilen immer auch Änderungen bei den Facebook-Pages folgen lassen. Auch wenn es noch keine Ankündigungen dieser Art gibt, kann man davon ausgehen, dass sich einige Layoutelemente der neuen Chronik in einigen Monaten auch auf den Organisationsseiten wiederfinden werden. Schon jetzt werden Fotos auf Facebook schon größer angezeigt. Insbesondere das große Profilbild und die größeren Buttons ließen sich einfach übertragen.

 

Hintergrund: Facebook hat im September 2011 die neue Facebook-Timeline vorgestellt. Damit werden die Nutzerprofile auf Facebook komplett überarbeitet. Am Auffälligsten ist dabei, dass sich nun ohne Probleme in der Zeit zurückgehen lässt und Facebook von Geburt bis Heute (Rückdatierungen sind möglich) eine Art Lebenslauf der Facebook-Aktivitäten darstellt. Nutzern wird hier die Möglichkeit gegeben ihr eigenes “Leben” zu kurieren und einzelne Beiträge zu verbergen oder hervorzuheben. Auch wenn dadurch nichts angezeigt wird, was nicht vorher schon auffindbar war, sorgt die offensive Darstellung für viel Kritik. So war auch die Presseresonanz auf das endgültige Ende der alten Profile überwiegend negativ. Für zusätzlich installierbare Programme (Apps) gibt es mit dem neuen Profil die Möglichkeit externe Aktivitäten direkt im Profil und auf der Startseite von Freunden anzuzeigen. So kann man z.B. direkt mitteilen, welche Musik man gerade hört oder welche Aktivitäten man auf externen Homepages durchführt.

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