In unserer Reihe 7 Fragen schenkte uns Julius Wolff-Ingham, Leiter Marketing und Fundraising bei The Salvation Army UK etwas Zeit, um unsere Fragen zum Fundraising zu beantworten. Er verriet uns unter anderem mehr über sein erfolgeichstes Mailing.
1. Sind Sie Quereinsteiger oder ausgebildeter Fundraiser?
Und was haben Sie vor Ihrer Fundraising-Kariere gemacht?
Ich war ein Quereinsteiger, doch nun bin ich ein professioneller Fundraiser! Meine erste Karriere begann in verschiedenen Direktmarketing-Agenturen. Dort arbeitete ich über zehn Jahre überwiegend für Kunden aus dem Nonprofit-Sektor, wie Unicef, WWF, Rotes Kreuz usw. und auch für The Salvation Army. In dieser Zeit entwickelte ich eine wirkliche Leidenschaft und baute mein Wissen im Bereich Direktmarketing für Nonprofit-Organisationen aus. Damals suchte The Salvation Army jemanden, der ihr Programm aufbaute. Ich entschied mich, für sie zu arbeiten und das Fundraising zu entwickeln. Heute umfassen meine Aufgabe alle Aspekte vom zentralisierten Fundraising.
2. Warum sind Sie Fundraiser?
Und warum sind Sie Fundraiser bei The Salvation Army UK?
Ich bin vom Fundraising so sehr begeistert, weil es ein Beruf auf Basis ethischer Werte ist. Erfolge und Misserfolge sind nachvollziehbar und transparent, dass heißt, sie lassen sich gut darstellen. Es geht immer darum, bessere Ergebnisse zu erzielen, und es geht um Kosten- und Erfolgskontrolle. Es geht darum, Risiken zu managen und kluge Entscheidungen zu treffen. Es geht um Kommunikation und um den zwischenmenschlichen Kontakt. Das sind all die Dinge, dich ich mag. Es ist einfach der ideale Beruf.
3. Der bisher erfolgreichste Fundaisingkanal ist für The Salvation Army das Mailing. Welches Mailing war bisher das erfolgreichste in den letzten drei Jahren und warum war es das?
In Hinblick auf die Neuspendergewinnung war ein einfacher 4-seitiger Brief mit einem Antwortformular und einem Rückumschlag – ohne Bilder, ohne Einleger, ohne Farbe, sehr wirksam und erfolgreich. Der Brief wurde von einem Journalisten geschrieben, der über seinen Besuch bei der The Salvation Army berichtete. Er war sehr von unserer Arbeit beeindruckt, die wir so einfach wie möglich hielten. Das Mailing war so erfolgreich, weil es diese Einfachheit hatte, es war direkt und eindrucksvoll – zu einer Zeit, in der Mailings anderer Organisationen eher komplex und professionell kreativ gestaltet wurden. Bei uns funktionierte es über die einfache Marke The Salvation Army.
4. Mobile: Auch das Thema mobile Fundraising spielt in der strategischen Ausrichtung eine große Rolle. Wie wichtig sind Ihnen mobile Kampagnen? Konzentrieren Sie sich eher auf Apps oder webbasierten mobilen Seiten?
Wir veröffentlichten eine Salvation-Army-App zur Unterhaltung und eine Tamburin-App mit Glöckchen zur Weihnachtszeit! Wir konnten zwar mit SMS-Spenden hin und wieder Erfolge erzielen, doch wir konzentrieren uns weniger auf diesen Bereich, weil wir hier momentan nicht so stark aufgestellt sind. Der digitale Markt wächst und verändert sich sehr schnell. Wir legen den Fokus auf ganz bestimmte Maßnahmen, die für unser Fundraising profitabel sind. Wir arbeiten mit einem Beratungsunternehmen für digitale Strategien zusammen, um sicher zu gehen, dass wir diesen Fokus beibehalten.
5. Ein Blick in die Zukunft…
Welches ist Ihr wichtigstes Fundraising-Ziel bis 2015?
Wir möchten sicherstellen, dass wir mit unserer Fundraising-Strategie auch die junge Zielgruppe erreichen. Wir werden Wege finden, damit sie uns treu bleiben, in unsere Maßnahmen eingebunden werden und spenden.
6. Welche werden Ihre wichtigsten Fundraising-Kanäle für die nächsten 3 Jahre sein?
Das Internet und die digital Kommunikation. Es ist ein idealesTool für die Zwei-Wege-Kommunikation und um eine Organisation „zum Leben zu erwecken“. Es kann einfach verändert und aktualisiert werden. Es ist ein interaktives Medium und ein Kanal, in dem viele junge Menschen involiviert werden möchten und sich wohl fühlen. Es ist spannend und bis 2015 werden Interaktionsmöglichkeiten auf dem Markt sein, die es heute noch gar nicht gibt!
7. Abschließend eine persönliche Frage: Sie haben sich in der Fundraisingbranche einen guten Namen gemacht. Was sind für Sie die drei wichtigsten Eigenschaften, um in der Branche erfolgreich zu sein?
Seien Sie kreativ – aber diszipliniert. Haben Sie eine Menge Ideen, aber fokusieren Sie sich auf eine, die tatsächlich funktioniert und Spenden einbringt.
Seien Sie leidenschaftlich begeistert von Kommunikation – Fundraising bedeutet, mit Menschen in Kontakt zu treten und sie nach Spenden zu fragen. In allen Bereichen des Fundraising gilt, Geschichten zu erzählen und Gründe fürs Geben so zu kommunizieren, dass sie Ergebnisse bringen.
Seien Sie ein Optimist und stehen Sie realistisch hinter Ihrer Marke – kämpfen Sie für best mögliche Ergebnisse, bleiben Sie positiv und tun Sie das beste, was Sie nur können, wobei Sie immer realistisch bei dem bleiben müssen, was funktioniert und was nicht. Nicht jede Fundraisingmaßnahme/-methode wird für jede Organisation in gleicher Form erfolgreich sein.
Und eine vierte… Fundraising ist der beste Job der Welt. Großartige Fundraiser müssen ihre Arbeit lieben!
Julius Wolff-Ingham, vielen Dank für das Interview!
Aus dem Englischen übersetzt.
Zum Interview mit Julius Wolff-Ingham in englischer Sprache >>


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