4. Dezember: Jörg Reschke

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artikelbild_eisfeld-reschkeEs ist Freitag – der Lieblingstag von Jörg aus unserem Blog-Team. Deshalb soll er heute mal im Adventskalender berichten, welche Stellschrauben er im Fundraising gerne drehen möchte. Er erstellt Studien und Analysen rund um Online-Kommunikation und berät Organisationen und Unternehmen in Sachen strategischer Kommunikation.

An welcher Stellschraube Du gerne drehen würdest, damit Fundraising künftig noch besser läuft?

Die Stellschraube, an der ich im Sinne des Fundraisings gerne drehen möchte, das ist die Gruppe der Nichtspender. Seit Jahren sinkt die Spendenquote in Deutschland. Wenn wir uns den GfK Charity Scope anschauen, dann ist die Spenderquote allein in den letzten zehn Jahren in Deutschland von 50,9% auf 33% gesunken.

Der Rückgang der Spenderquote ist meiner Meinung nach nicht nur historisch oder mit dem demographischen Wandel zu erklären. Auch wenn wir uns die häufiger werdenden Transparenzdebatten und die Presseberichterstattung zu Fundraising-Themen anschauen, dann können wir die kritische Tendenz ganz gut wahrnehmen. Braut sich da etwas zusammen über unseren Köpfen? Kommt nach der Vertrauenskrise in Staat und Wirtschaft das Misstrauen in die Zivilgesellschaft?

Wir müssen überlegen, welchen Beitrag wir selbst dazu leisten können, dass Spender-Sein in Deutschland mehr Prestige zukommt. Es sollte gesellschaftliche Norm sein zu spenden.

Die ideale Stellschraube dafür habe ich noch nicht gefunden, aber lasst uns gemeinsam darüber sprechen, wie es gelingen kann!

Bis dahin habe ich einen konkreten Vorschlag: Und wenn der Staat mittelbar selbst Fundraising-Plattformen betreibt, dann sollte er auch die Medien nutzen, mit denen er darauf aufmerksam machen kann. Auf jedem Steuerbescheid gehört der Informationshinweis, dass man spenden kann und Tipps zum Finden von geeigneten Spendenorganisationen.

Auch Du stiftest eine Überraschung für den Adventskalender. Was kann man gewinnen?

Ich hatte verschiedene Ideen, was ich anderen Fundraisern und Organisationen schenken könnte. Beratung und so weiter, klar. Aber ich glaube ich schenke uns allen etwas, indem ich die Stellschraube der Nichtspender direkt angehe: Ich weiß nicht, wie die Spenderquote bei den Nachbarn im Haus ist, aber ich finde es raus und fange in den nächsten Tagen Gespräche an: Warum spenden gut ist und für welche Themen oder Organisationen sie denn unterstützen.

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